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Jeder Mensch ist gleich: Rund 200 Schüler gingen am Donnerstag in Suderwich gegen Toleranz und für mehr Respekt auf die Straße

Tag gegen Rassismus

200 Schüler gehen auf die Straße

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RECKLINGHAUSEN - Die Vereinten Nationen haben bereits 1966 den 21. März zum Internationalen Tag gegen Rassismus gemacht. 200 Mädchen und Jungen der Gesamtschule Suderwich sind aus diesem Anlass am Donnerstag auf die Straße gegangen.

Die 16-jährige Shirley berichtete von Sprüchen, mit denen sie im Alltag aufgrund ihrer Hautfarbe konfrontiert wird. „Du warst wohl zu lange in der Sonne“ oder „Affe, geh deine Bananen fressen“ sind nur zwei davon und keineswegs die drastischsten. „Wenn sich daran nichts ändert, muss ich mir so etwas mein ganzes Leben lang anhören“, sagte sie zum Abschluss ihrer Rede. Kritik in Online-Kommentaren

Das Engagement der Schüler und ihre Bereitschaft, gegen Diskriminierung auf die Straße zu gehen, stoße durchaus nicht nur auf Zustimmung in der Öffentlichkeit, berichtete Lehrer Matthias Flüß bei seiner Ansprache und verwies auf entsprechende Online-Kommentare. „Manchmal ist es sehr schwer, dagegen aufzustehen und nein zu sagen, wenn man sieht, das etwas falsch ist. Deshalb freue ich mich, dass heute so viele mutige Menschen hier sind“, sagte der Pädagoge, der die Schüler bei der Vorbereitung ihrer Demo begleitet und unterstützt hat. „Wir demonstrieren heute nicht nur gegen Rassismus, wir feiern heute den Wert jedes Einzelnen, der unter uns ist.“

Menschenrechte im Unterricht besprochen

Mit zahlreichen Transparenten und Sprechchören zogen die Teilnehmer, darunter auch Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums und der Gesamtschule Dortmund-Scharnhorst anschließend durch den Stadtteil. Dabei hätten es durchaus noch mehr als 200 Teilnehmer sein können. „Das Interesse war erheblich größer, aber wir mussten bei 200 die Grenze ziehen, weil wir organisatorisch mehr nicht bewältigen können,“ erklärte Flüß, der schon die erste Anti-Rassismus-Demo der Schule im vergangenen Jahr mitorganisierte. „Der Anstoß kam von den Schülern, als wir das Thema Menschenrechte im Unterricht besprachen.“ Im Unterschied zu den „Fridays for Future“-Demos, die derzeit in aller Munde sind, ist diese Demo lange vorher bei der Schulleitung angemeldet und genehmigt worden. Sie sei thematisch in den Unterricht eingebettet, in dem Grundgesetz und Menschenrechte intensiv durchgenommen wurden. „Der Unterricht ist wichtig, aber heute haben die Schüler nicht für, sondern durch das Leben gelernt“, lautete das Fazit von Matthias Flüß.

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