Drei Frauen von den Recklinghäuser Grünen stehen vor einem Bauzaun mit Plakaten zum Internationalen Frauentag 2021.
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Grüne für Chancengleichheit (v. l.): Christine Freitag, Christel Dymke und Kamala Kirschner

Plakataktion am Marktplatz

Internationaler Frauentag: Das fordern Grünen-Politikerinnen in Recklinghausen

  • Tobias Mühlenschulte
    vonTobias Mühlenschulte
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Grünen-Politikerinnen machen den Internationalen Frauentag in Recklinghausen sichtbar. Auch andere Akteurinnen gehen auf die Straße. Auch ein Mann.

Elf Frauen, elf Statements zum Thema Gleichberechtigung: Mit einer Plakataktion auf dem Marktplatz haben die Grünen sich am gestrigen Internationalen Frauentag zum Thema Gleichberechtigung positioniert. Die Plakate sind zwar klein, die Inhalte aber haben Gewicht.

„Solange Frauen bei gleicher Leistung immer noch weniger als Männer verdienen, lohnt es sich, zu kämpfen!“, sagt etwa Ratsmitglied Christel Dymke, die 1982 Mitbegründerin der Frauenberatungsstelle in Recklinghausen gewesen ist. Und dieser Kampf werde längst nicht mehr in lila Latzhosen ausgefochten, sondern durchaus auch in High Heels. Auch Kamala Kirschner, Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen, ist überzeugt: „Der Feminismus hat eine neue Weiblichkeit bekommen.“

Vereinbarkeit von Pflege und Beruf muss besser werden

Überholte Rollenbilder sind auch Parteimitglied Christine Freitag ein Dorn im Auge, etwa bei der häuslichen Pflege: „Frauen kümmern sich um Pflegefälle in der Familie und schränken dafür ihre Berufstätigkeit ein oder geben sie sogar auf. Altersarmut ist die Folge.“ Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf müsse verbessert werden.

Sarah Fahrendorf macht sich keine Illusionen. „Echte Gleichberechtigung werden wir erst in Jahren erreichen“, prognostiziert die Parteisprecherin auf ihrem Plakat. Neben richtigen Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt und Verteilung von Familienarbeit brauche es mehr Vorbilder für Mädchen und junge Frauen.

Mit Zahlen, Daten und Fakten im Gepäck war die städtische Gleichstellungsstelle unterwegs. Gabriele Steuer und zwei Kolleginnen verteilten innerhalb der Verwaltung, aber auch auf der Straße und in Geschäften Informationsbroschüren, die die Ungleichheit grafisch darstellten – etwa den Rat der Stadt. „Frauen sind mit 37 Prozent unterrepräsentiert“, so Steuer.

Soroptimisten verteilen Blumen in Recklinghausen

Um ein symbolisches Zeichen für die Rechte der Frauen zu setzen, waren auch zehn Vertreterinnen vom Soroptimist Club Recklinghausen in der Innenstadt unterwegs. Sie verteilten 100 Hornveilchen an Passantinnen.

Der Stadtverband Recklinghausen von Die Linke legte bei seiner Aktion auf dem Marktplatz den Schwerpunkt auf den historischen Hintergrund des Internationalen Frauentags. Auch ein Mann war unterwegs: „Soziale Verwerfungen kann man nur gemeinschaftlich anpacken“, findet der Fraktionsvorsitzende Erich Burmeister.

Internationaler Frauentag: seit 1911

Der internationale Feiertag hat seine Wurzeln in der Arbeiterinnenbewegegung.

Clara Zetkin schlägt ihn 1910 auf der 2. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz vor.

1911 findet der Internationale Frauentag zum ersten Mal in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA statt.

In Berlin ist der 8. März seit 2019 gesetzlicher Feiertag.

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