Farnstraße

Opfer wollen Messerangriff nicht gespürt haben

RECKLINGHAUSEN - Mit der Vernehmung der zwei Opfer ist der Prozess um die Silvester-Bluttat in einem Wohnhaus an der Farnstraße fortgesetzt worden. Von einem Messerangriff hatten die 22- und 23-jährigen Opfer zunächst nichts gespürt. Laut Anklage hat ein 70-jähriger Anwohner versucht, das Duo bei einem Streit im Hausflur zu töten.

„Ich habe das erst gar nicht mitgekriegt, habe auch nichts gespürt“, erinnerte sich ein 23-jähriger Recklinghäuser am Freitag vor dem Bochumer Schwurgericht. Erst als eine Bekannte etwas von einem Messer gerufen habe, sei er schnell nach draußen vor die Tür gelaufen. Der Zeuge: „Dann bin ich aber schon zusammengebrochen.“ Fest steht: Der 23-Jährige landete mit einer Stichverletzung im Bauch auf der Intensivstation, musste operiert werden. Restlos überwunden hat er die Beschwerden nach eigenen Angaben bis heute nicht.

Auch sein ein Jahr jüngerer Freund will „die ganze Zeit kein Messer gesehen“ haben. Erst nachdem er beim Gerangel mit dem Angeklagten durch eine verschlossene Wohnungstür gekracht sei, habe er plötzlich Blut und dann auch ein Messer gesehen. „Erst brannte es an meiner Hand, dann sah ich, wie Blut an meinem Oberschenkel runter lief“, erinnerte sich der 22-Jährige. Auch er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo eine tiefe Stichwunde im Hüftbereich diagnostiziert worden sei.

Kein einheitliches Bild vom Tatablauf

Unklar blieb nach der Vernehmung der zwei Verletzten, wie und warum genau die hitzige Hausflur-Situation eskaliert ist. Sicher ist, dass die beiden späteren Opfer angetrunken waren (1,4 und 1,6 Promille). Ihre ersten Angaben in der Silvesternacht und ihre Erinnerungen nun im Prozess ergeben kein einheitliches Bild vom Ablauf des Streits.

Der Angeklagte - 1981 in München wegen eines vollendeten Totschlags schon zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt - quittierte die Äußerungen der Zeugen mit fast schon demonstrativer Gelassenheit. Sagen wollte der Angeklagte aber auch am Freitag nichts. Der Prozess wird fortgesetzt.

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