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Seitdem der Edeka-Markt in Hochlar geschlossen ist, finden auch weniger Kunden den Weg in die anderen Geschäfte.

Nach Edeka-Schließung

Dorfzentrum Hochlar stirbt aus

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RECKLINGHAUSEN - Das Aus des Edeka-Marktes reißt eine Lücke in Hochlar. Das Dorfzentrum scheint wie ausgestorben. Für die verbliebenen Händler an der Hertener Straße ist das Fehlen des Frequenzbringers eine Katastrophe. Sie klagen über Umsatzeinbußen.

„Schon nach einer Woche ohne den Edeka sind die Auswirkungen gravierend“, klagt Udo Kruschke, Inhaber der „Textilpflege in Hochlar“. „Es kommen wirklich nur noch Stammkunden.“ Davon lebe die Reinigung zwar, aber, so erklärt der Inhaber, habe es dank des Supermarktes noch einige Laufkundschaft gegeben, die zumindest die kleine Post-Station in seinem Ladenlokal nutzte. „Jeder ist heute faul und möchte dahin fahren, wo er möglichst alle Dinge auf einmal erledigen kann.“ Deshalb hat er auch schon eine Idee, was mit der großen Ladenfläche passieren könnte. „Ich kann mir für den einstigen Edeka eine Art Markthalle vorstellen mit Käse, Wurst, Fisch, Obst und Gemüse. Dann würden es mehrere Schultern tragen.“

Die Idee findet Allgemeinmediziner Dr. Arno Apel, der seine Praxis direkt am ehemaligen Edeka hat, gut. „Hochlar ist ein gutes Pflaster und ein Ort, der prosperiert. Ich wünsche mir, dass die Nahversorgung in Zukunft gewährleistet wird. Denn das stellt die Qualität des Stadtteils sicher.“ Dazu will Klaus Hövelmann beitragen. Als der Bäckermeister von der Schließung erfuhr, sah er sich sofort nach einer Alternative für seine Bäckerei-Filiale um. Für den Bäckermeister kam die Schließung des Edeka-Marktes überraschend. Kurzerhand zog er in das ehemalige Reisebüro am Sandweg 1, wo er die Hochlarer mit Kuchen und Brot versorgt. „Der Stadtteil ist kaufkräftig, die Ecke hier hat definitiv Potenzial“, glaubt Hövelmann. „Ich könnte mir vorstellen, dass so eine Art Tante-Emma-Laden auf der Hälfte der Fläche auch klappen könnte. „Ich denke, es wird trotzdem schwer, einen Nachmieter zu finden.“ Und tatsächlich: Die Tillmann GmbH & Co. KG, die die Gebäude im Hochlarer Zentrum verwaltet, hat noch keinen Nachfolger in Aussicht.

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