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Kein schöner Anblick: Allein 93 Fahrzeuge eines angrenzenden BMW-Händlers überzog die Staubwolke.

Nach Brückenabriss

Staubwolke in Hochlar: Straßen.NRW sieht Versäumnis bei Baufirma 

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Der Landesbetrieb Straßen.NRW will den durch die Staubwolke in Hochlar entstandenen Schaden regulieren und nimmt womöglich die Baufirma in die Pflicht. Diese habe einen groben Fehler begangen.

Update, 3. Juli: 14.35 Uhr

Am Mittwoch besichtigten Bauüberwacher von Straßen.NRW gemeinsam mit der Baufirma und einem Gutachter die Folgen der Staubwolke, die am Wochenende bei Brückenabrissarbeiten an der Rottstraße entstanden war. Fazit: Die Staubschicht auf mehr als 100 Autos ist klar auch die Abbrucharbeiten zurückzuführen. Betroffen von der Staubbildung war vor allem das Autohaus Vogelsang. 

93 Fahrzeuge der Marken BMW und Mini waren und sind von einer Staubschicht überzogen. Die Reinigungsarbveiten an Gebäuden, Schildern und Fahrzeugen sollen noch etwa eine Woche dauern.

"Der Schaden wird übernommen"

"Irgendeine Versicherung wird den Schaden übernehmen", kündigte die zuständige Projektgruppenleiterin Carola Ziebs an. Möglichwerweise auch diejenige der Baufirma vor Ort. Diese habe es erwiesenermaßen versäumt, die Staubbildung durch den Einsatz von Wasser zu unterbinden. Weitere Geschädigte haben sich laut Straßen.NRW bislang noch nicht gemeldet. 

Doch auch etliche Anwohner der Rottstraße in Recklinghausen-Hochlar erlebten in den vergangenen Tagen ein böses Erwachen. 

Facebook-Nutzer sehen den Vorfall zwiegespalten

Wo das Autohaus Vogelsang über staubige Autos jammert, können  Facebook-Nutzer nur müde lachen. "Eine Staubschicht ... darüber lachen wir! Ich weiß seit über einem Jahr nicht mehr, welche Farbe mein Auto hat ��", schreibt etwa eine Userin vermutlich mit einem Augenzwinkern.

Andere Facebook-User haben da einen ganz pragmatischen Tipp, nämlich das Auto zu waschen. "Ab ins Cleancar Center Recklinghausen. Die Jungs sind super günstig und machen einen super Job", schreibt ein Nutzer. Ein weiterer kann die "Fahrzeugpflege Vest" empfehlen.

"Würde ich nicht kaufen"

Ein weiterer Nutzer steht der Staubschicht etwas kritischer gegenüber: "Die Karren stehen Tag und Nacht, und bei jedem Wetter draußen, teilweise jahrelang, Sonneneinstrahlung, Frost, Staub. Würde ich jedenfalls nicht kaufen."

Erstmeldung, 2. Juli:

Feiner Betonstaub legte sich über Balkone, Autos und die zum Trocknen unter freiem Himmel aufgehängte Wäsche. Und natürlich über zahlreiche Autos. 

Der Staub stammt von Abbrucharbeiten an der nahen A43-Brücke über der Rottstraße. Die Arbeiten fanden und finden im Zuge des Ausbaus der Autonbahn statt. Besonders betroffen ist das Autohaus Vogelsang. 

93 Fahrzeuge der Marken BMW und Mini seien bereits am Wochenende von einer etwa zwei Millimeter dicken Schicht aus Betonstaub bedeckt gewesen. „Pro Fahrzeug kostet uns die Reinigung durch einen externen Dienstleister 30 Euro“, sagt Geschäftsführer Michael Brickenstein. 

Firma setzte keine Sprühanlage in Recklinghausen-Hochlar ein

Folglich ergibt sich ein Betrag in Höhe von 2790 Euro für die Reinigung der Fahrzeuge. Der Chef des Autohauses ist sicher, dass der Landesbetrieb Straßen.NRW das Ausmaß der Staubwolke selbst zu verantworten hat: „Die ausführenden Firmen haben trotz unserer Aufforderung keine Wasserberieselung eingesetzt.“ Für Brickenstein ein Umweltfrevel und wirtschaftlicher Schaden zugleich.

Etwaige Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden will das Unternehmen bei Straßen.NRW geltend machen. Notfalls auch per Anwalt.

Steinpartikel können Spuren auf dem Lack hinterlassen

Auch das Autohaus Mohag gleich nebenan hat die Staubwolke getroffen. Verkaufsleiter Michael Rest sagt: "Wir können die Autos nicht einfach durch unsere Waschanlage schicken.“ Denn dann könnten die feinen Steinpartikel hässliche Spuren im Lack hinterlassen.

Auf Anfrage bestätigte Straßen.NRW am Dienstag den Eingang einer  E-Mail des Autohauses Vogelsang. Man wolle sich um die Sache kümmern, hieß es in aller Kürze.

Auf der Marler Straße hat es am Dienstag einen schweren Verkehrsunfall gegeben. Einbrecher suchten zwischen Donnerstag und Dienstag das ehemalige Ausbildungszentrum am Walkmühlenweg heim. In Gelsenkirchen gerieten zwei Streithähne aneinander. Die Situation eskalierte

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