Das Stadtdekanat will mit der nächsten Kollekte am Wochenende das Ökumenische Arbeitslosenzentrum unterstützen. Foto: dpa
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Wenige Münzen, noch weniger Scheine: Die Klingelbeutel in den Kirchen in Recklinghausen sind längst nicht so gut gefüllt wie in Vor-Corona-Zeiten. (Symbolfoto)

Folgen der Corona-Krise

Klingelbeutel in den Kirchen in Recklinghausen bleiben (fast) leer

  • Alexander Spieß
    vonAlexander Spieß
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Weniger Gottesdienstbesucher, weniger Geld im Klingelbeutel: Wegen der Corona-Krise müssen die Kirchen in Recklinghausen in diesem jahr ein dickes Minus auf der Einnahmenseite verbuchen.

In den katholischen Gemeinden in Recklinghausen schwindet der Ertrag der Kollekten wegen der Pandemie. 50 bis 90 Personen finden derzeit nur noch in den katholischen Gotteshäusern Platz, schätzt Aloys Wiggeringloh, leitender Pfarrer der Pfarrei St. Antonius. Er spricht von einem „starken Rückgang“ der Spenden. „Das bedeutet einmal weniger Einnahmen für die Gemeinden und, noch tragischer, weniger Geld für Menschen in Not.“

Spendenaktion in Recklinghausen läuft per Banküberweisung

Zu Ostern war die Misereor-Spendenaktion ausschließlich auf Banküberweisungen angewiesen. Gottesdienste fanden zu dieser Zeit wegen des Lockdowns gar nicht statt. „Dafür“, so Wiggeringloh, „konnte sich das Ergebnis mehr als sehen lassen.“ 4945 Euro kamen in der Pfarrei St. Antonius zusammen. Zum Vergleich: Mit regulären Gottesdiensten und Kollekten kamen in der Pfarrei St. Antonius bei der Misereor-Aktion im Vorjahr 7206 Euro zusammen. Die Einbußen in den Gemeinden selbst sind aus Sicht von Aloys Wiggeringloh derzeit noch zu verschmerzen. Das liege nicht zuletzt an den Kirchensteuern.

Klingelbeutel darf wegen der Hygienemaßnahmen nicht kreisen

Pfarrerin Kerstin Schütz von der evangelischen Kirchengemeinde Ost predigt in der Johanneskirche derzeit vor 25 bis 30 Gläubigen - deutlich weniger als vor Corona. Größere Gottesdienste fänden ohnehin nicht mehr statt. Und in den verbliebenen Gottesdiensten darf der Klingelbeutel wegen der Corona-Maßnahmen nicht mehr kreisen. „Früher“, sagt die Pfarrerin“, gab es eine Innenkollekte für Hilfen innerhalb der Gemeinde und eine weitere Kollekte am Ausgang für besondere Zwecke. Jetzt steht das Körbchen nur noch am Ausgang und wir teilen die Summe.“

Evangelische Kirche in Recklinghausen bittet Rentner um Gemeindespende

Auch die Kirchensteuern fließen in Corona-Zeiten spärlicher. Das Minus ergibt sich durch die millionenfache Kurzarbeit. Denn: Arbeitnehmer in Kurzarbeit zahlen keine Kirchensteuer. Mehrere evangelische Gemeinden in Recklinghausen versuchen gegenzusteuern. Sie haben eine Gemeindespende für Rentner und Pensionäre ins Leben gerufen, also für solche Mitglieder, die keine Kirchensteuern mehr zahlen.

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