Aufbau der Krippe in St. Franziskus in Recklinghausen
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Endspurt im Sand: In der St.-Franziskus-Kirche in Recklinghausen wird aktuell letzte Hand an die Krippenlandschaft gelegt.

100 Jahre Tradition in St. Franziskus

Krippenlandschaft in Recklinghausen hat auch eine politische Aussage

  • Alexander Spieß
    vonAlexander Spieß
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Seit 100 Jahren gibt es die Stuckenbuscher Weihnachtskrippe in der St.-Franziskus-Kirche in Recklinghausen. Aktuell laufen die letzten Arbeiten an der rund 60 Quadratmeter großen Landschaft.

Bis Heiligabend muss sie fertig sein, die Stuckenbuscher Krippe des Jahres 2020. Die Wüstenlandschaft nimmt die Größe einer mittleren Zweiraumwohnung ein, hier finden Maria, Josef, die Hirten und all die anderen Figuren und Häuser ihren Platz. Die Unterkonstruktion haben die Jüngeren unter den Krippenbauern schon im November hingezimmert. Das Gestell ist unter einem Kubikmeter Sand verschwunden.

Krippenbauer aus Recklinghausen wollen „weg vom Schmusekurs“

Die Krippenbauer aus Recklinghausen brechen mit manchem Klischee. So prangt mitten in der Landschaft ein Schlagbaum. „Der steht für die Teilung des Heiligen Landes“, sagt Gerd Schenk. Jesu Geburtsort Bethlehem liegt heute im palästinensischen Westjordanland. An die Geburtshöhle schließt zudem eine hohe Mauer an. Auch sie steht für die Teilung. Ziemlich viel Politik für eine Weihnachtskrippe. Doch dafür haben sich die Krippenbauer ganz bewusst entschieden. „Wir wollen weg vom Schmusekurs“, sagt Gerd Schenk. „Der Bezug zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen gefällt nicht jedem“, sagt Schenk, der auch als Stadtführer in Recklinghausen unterwegs ist. Doch der Kritik wollen sie sich gerne stellen. „Letztlich tut Kritik doch gut“, meint Schenk.

Landschaft in Stuckenbuscher Kirche ist bis zum 24. Januar zu besichtigen

Nur ein Thema haben sie bewusst ausgeklammert aus ihrer Krippe: Corona. Gerd Schenk: „Damit haben die Leute doch auch so schon jeden Tag zu tun.“ Das gilt auch für den Besuch der Krippe, die in den Weihnachtsgottesdiensten und anschließend bis zum 24. Januar täglich von 11 bis 17 Uhr zu besichtigen ist. Der Eingang ist nur mit Maske über das Hauptportal möglich. An der Krippe selbst dürfen immer nur vier Besucher stehen. Raus geht es durch den Seitenausgang. Zwei Krippenwächter werden darauf achten, dass die Coronaregeln in der ehemaligen Klosterkirche eingehalten werden. Mehr zum Aufbau der Krippe lesen Sie in unserem ePaper.

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