Landgericht Bochum

Dreijährige sagt gegen Vater aus

  • Jörn Hartwich
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RECKLINGHAUSEN - Im Prozess um sexuellen Missbrauch am Landgericht Bochum ist am Freitag ein dreijähriges Mädchen aus Süd als Zeugin gehört worden. Die Kleine musste gegen ihren Vater aussagen, der sich Ende 2017 an ihr vergangen haben soll.

Die Dreijährige war mir ihrer Mutter ins Gericht gekommen. Ihren Papa hatte sie seit dessen Festnahme im vergangenen Dezember nicht mehr gesehen. Und dabei sollte es auch bei der Vernehmung bleiben. Bevor das kleine Mädchen in den Verhandlungssaal gerufen wurde, musste der Angeklagte den Raum verlassen. „Es ist zu erwarten, dass es ansonsten nicht die Wahrheit sagen wird“, erklärte Richterin Isabel Hoffmann. Das Kind befinde sich in einem Interessenkonflikt, den es aufgrund seines Alters nicht bewältigen könne. Einerseits müsse die Dreijährige erzählen, was der Angeklagte mit ihr gemacht hat, andererseits habe sie natürlich immer noch eine emotionale Verbindung zu ihrem Vater.

Fußfesseln für den Angeklagten

Der 35-Jährige musste die Befragung seiner Tochter deshalb aus seinem anderen Sitzungssaal verfolgen. Dafür hatte ein Justizbeamter extra eine Videoleitung aufgebaut, die nur in eine Richtung funktionierte. Der Angeklagte hatte einen Bildschirm und einen Lautsprecher vor sich, konnte aber selbst keine Fragen stellen oder dazwischenrufen. Außerdem wurden ihm aus Sicherheitsgründen Fußfesseln angelegt.

Mehrere Jahre Haft drohen

Der Angeklagte hatte zum Prozessauftakt gestanden, seine dreijährige Tochter Ende vergangenen Jahres sexuell missbraucht zu haben. Weil er die richtig schweren Vorwürfe dabei jedoch bestritten hat, musste das Mädchen trotzdem als Zeugin vernommen werden. Für die Dauer der Befragung war die Öffentlichkeit allerdings ausgeschlossen. Sollten die Richter auch die schweren Missbrauchsfälle feststellen, drohen dem Angeklagten mehrere Jahre Gefängnis. Der Prozess wird fortgesetzt.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen (dpa-Zentralbild)

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