Landgericht Bochum

"Macheten-Prozess" endet mit Bewährungsstrafen

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RECKLINGHAUSEN - Es war eine blutige Massenschlägerei, bei der einer der Beteiligten so schwer verletzt wurde, dass er wohl für immer ein Pflegefall sein wird. Der "Macheten-Prozess", der das Bochumer Landgericht über Monate beschäftigt hat, ist am Dienstag mit Bewährungsstrafen zu Ende gegangen.

Verurteilt wurden zwei Brüder (25, 29) aus Süd sowie der Bruder (46) des am schwersten verletzten Opfers. Sie waren dabei, als Angehörige zweier verfeindeter Familien im Dezember 2013 vor einem Café an der Bochumer Straße aufeinandertrafen. „Was guckst du?“, fragte das spätere Hauptopfer, ein Kioskbesitzer, der mit seiner Tochter (11) und dem Hund unterwegs war, laut Urteil den 25-jährigen Angeklagten. Der zog daraufhin ein Messer, drohte, dem Hund den Kopf abzuschneiden. Kurz danach schlug er als Erster zu. „Wenn Sie an dieser Stelle einfach weitergegangen wären, wäre das ganze Drama nicht passiert“, redete Richter Carsten Schwadrat ihm ins Gewissen.

Statt weiterzugehen, wurde damals beidseitig Verstärkung herbeitelefoniert, sodass wenig später Dutzende Männer auf offener Straße mit Messern, einem Totschläger, einem Hammer sowie einer Machete aufeinander losgingen. Der Kioskinhaber wurde bei dem blutigen Gerangel durch einen Stich durch die Schädeldecke folgenschwer verletzt. Er erlitt Hirnblutungen und ist heute mit knapp 40 Jahren ein Pflegefall, teils gelähmt sowie an den Rollstuhl gefesselt.

Wer genau den lebensgefährlichen Stich gesetzt hat, konnten weder die Staatsanwaltschaft noch die Bochumer Richter feststellen. Im Grunde sei jeder, der damals dabei gewesen sei, ein Stück weit mitverantwortlich, hieß es im Urteil. Dass die verhängten Bewährungsstrafen – zwölf Monate, 15 Monate und 21 Monate – abgestuft ausfielen, fußt allein auf den zweifelsfrei festzustellenden Gewaltattacken und den teils erheblicheren Vorstrafen der Angeklagten.

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