Svenja und Jan Pachernegg
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Svenja und Jan Pachernegg leben seit mehr als drei Jahren auf der Südhalbkugel.

Erfahrungen in der Pandemie

Leben in Australien nach 112-tägigen Lockdown: Eine Recklinghäuserin erzählt

  • Alina Meyer
    vonAlina Meyer
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Svenja Pachernegg und ihr Mann Jan sind vor drei Jahren nach Australien ausgewandert und haben einen der weltweit längsten und strengsten Lockdowns hinter sich.

112 Tage lang habe der zweite Lockdown gedauert, der ausschließlich die Stadt Melbourne betraf. Dort leben Svenja und Jan Pachernegg seit drei Jahren. Neuinfektionen habe es seit dem zweiten Lockdown kaum gegeben. Svenja Pachernegg: „Australien hat im Vergleich zu Europa extrem schnell und hart reagiert. Schon früh wurden die internationalen und auch inneraustralischen Grenzen geschlossen.“

Und weiter: „Im März kam der erste etwa achtwöchige Lockdown. Die Stimmung war größtenteils optimistisch. Im Juni, nachdem die Neuinfektionen pro Tag australienweit auf etwa zehn gefallen waren, wurde dann erstmals gelockert.“ Während der Rest Australiens seitdem weitestgehend ein normales Leben geführt habe, sei der Bundesstaat Victoria im Juli von einer zweiten Infektionswelle erfasst worden.

Paar aus Recklinghausen durfte Melbourne nicht verlassen

„Wir durften das Haus dann nur noch aus vier Gründen verlassen: essenzielle Arbeit, Einkäufe, Arztbesuche und Sport. Alle waren strikt angehalten im Homeoffice zu arbeiten. Kindergärten, Schulen, Freizeiteinrichtungen, Fitnessstudios und die meisten Geschäfte hatten geschlossen. Wir durften nur alleine, für maximal eine Stunde am Tag das Haus verlassen und uns nur in einem Radius von fünf Kilometern bewegen. Vier Monate lang durften wir die Stadt nicht verlassen. Alle Ausfallstraßen waren gesperrt oder wurden von der Polizei kontrolliert.“

Freiheit kehrt in Melbourne zurück

Inzwischen hätten die Pacherneggs ein großes Stück Freiheit zurückerlangen können. Sie dürften ihr Haus und auch ihre Stadt wieder unbegrenzt verlassen, Leute treffen und Gastronomien besuchen. Auch Schulen und Kindergärten hätten wieder geöffnet. „Obwohl gerade die letzten Wochen psychisch belastend waren, bin ich froh, die Pandemie hier in Australien zu erleben. Mir ist komplett unverständlich, wie langsam in Deutschland agiert wird und wieso die Sommer-Corona-Pause nicht genutzt wurde, um ein umfassendes und möglichst einheitliches Konzept zu erstellen. Ich hoffe sehr, dass das deutsche Gesundheitssystem in den nächsten Monaten nicht überlastet wird.“ Einen ausführlicheren Bericht lesen Sie am in unserem E-Paper.

Ähnlich wie die Pacherneggs berichtet auch Kristin Predeck von ihren Erfahrungen mit der Corona-Pandemie. Sie lebt im Corona-Hotstop USA.

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