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Julia Dissertori lebt mit ihrem Mann Christian und Tochter Lara in Südtirol.

Südtirolerin appelliert an die Recklinghäuser

Leben in der Corona-Sperrzone: Eine ehemalige Recklinghäuserin erzählt

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Italien ist der in Europa am stärksten betroffene Staat von der Corona-Pandemie. Eine Südtirolerin, die aus Recklinghausen kommt, schildert die Lage vor Ort.

  • Ehemalige Suderwicherin lebt seit drei Jahren in Südtirol und schildert die aktuelle Lage vor Ort
  • Das Dorf verlassen, darf sie nicht mehr. Das Leben spiele sich in der Wohnung ab
  • Die 41-Jährige appelliert an die Recklinghäuser, die Regeln zu befolgen und das Gesundheitssystem nicht weiter zu überlasten 

Seit drei Jahren lebt die ehemalige Suderwicherin Julia Dissertori mit ihrem Mann Christian und Tochter Lara (8) in Nals, einem Dorf in Südtirol, das rund zwölf Kilometer nördlich der Landeshauptstadt Bozen liegt. Derzeit gilt ganz Italien als Sperrzone. Das Land ist von der Corona-Pandemie in Europa am stärksten betroffen. Schulen, Theater und Cafés sind geschlossen.

Im Nachbarort Lana arbeitet Julia Dissertori als Grundschullehrerin. Hinfahren darf sie derzeit allerdings nicht. „Die Lage ist in den vergangenen Tagen verschärft worden. In dem Dorf, in dem ich lebe, darf ich mich frei bewegen, sollte den Kontakt zu anderen Menschen aber vermeiden“, berichtet sie. 

Julia Dissertori und ihr Mann Christian in Südtirol.

Dank zweier Lebensmittelgeschäfte in Nals würde die Versorgung noch funktionieren. In den meisten größeren Orten gibt es regelrechte Hamsterkäufe", erzählt die Mutter. Als Grundschullehrerin stellt sie zu Hause Lernpakete zusammen, die sie online versende, denn zu ihrer Schule fahren geschweige denn andere Städte besuchen darf die 41-Jährige nicht mehr.

Bei nicht Einhalten der Vorgaben drohen Haftstrafen

Julia Dissertori: „Wenn ich das Dorf verlasse, muss ich eine Selbsterklärung ausfüllen, in der ich den Grund angebe. Arbeiten, einkaufen und dringende Arzttermine sind noch möglich. Der Grund der Fahrt wird kontrolliert, bei nicht Einhalten der Vorgaben drohen Geldstrafen und sogar bis zu drei Monaten Haft.“

Diese Regelungen gelten vorerst bis zum 3. April. Bis dahin hält sich die Familie überwiegend zu Hause auf, bastelt, spielt und gehen in den Garten. „Wie es danach weitergeht, hängt von der Lage ab. Wenn eine Person Kontakt mit einem Corona-Patienten hat, wird diese Person zu Hause isoliert und von Sanitätern telefonisch betreut.“

Gesundheitssystem darf nicht weiter belastet werden

Julia Dissertori findet es wichtig, dass die Öffentlichkeit derzeit zu meiden. "Nun darf das Gesundheitswesen nicht weiter belastet werden. Italienische Ärzte und Pflegekräfte gehen an ihr Limit. Alle Details dringen darüber nicht an die Öffentlichkeit", erzählt die 41-Jährige.

Dissertori: Auch Recklinghäuser sollten Regelungen befolgen

Sie appelliert an die Recklinghäuser: „Lasst es euch sagen, es ist so wichtig, den Regeln zu folgen und auf Freizeitaktivitäten zu verzichten. Wenn das Gesundheitssystem mit Corona überlastet wird, ist der Alltag, der in einem Krankenhaus anfällt, nicht mehr aufrechtzuerhalten.“ In Italien gebe es auch viele junge Leute, die auf der Intensivstation liegen.

Wegen des Coronavirus: Diese Veranstaltungen in Recklinghausen sind abgesagt

Das sogenannte Sars-CoV-2-Virus ist in Recklinghausen angekommen. Besonders Gastronomen und Hotelbetriebe bekommen dessen Auswirkungen zu spüren.

Abstimmung: Das sagen die Recklinghäuser zu den viel diskutierten Hamsterkäufen.

Hier gibt es alle Informationen rund um das Coronavirus im News-Blog.

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