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Zwei Gießkannen und jede Menge Pflanzende: Die mobilen Bäume sind auf dem Kirchplatz angekommen. Foto: Gutzeit

Mobile Bäume

Kein Grunwald am Kirchplatz

RECKLINGHAUSEN - Nein, auch wenn Recklinghausens Kämmerer im vergangenen Jahr den ersten Prototyp gekauft hatte, so wird die Ansammlung von mobilen Bäumen auf dem Kirchplatz nicht „Grunwald“ getauft.

Dabei täte Ekkehard Grunwald ein wenig Trost möglicherweise sogar gut. Schließlich sieht er seinen Schreibtisch derzeit aus Krankheitsgründen nur aus der Ferne; und zum anderen hatte er reichlich Prügel bezogen, nachdem er einen solchen, 2.400 Euro teuren Baum zu Testzwecken angeschafft hatte. Die SPD bemängelte, der Kämmerer hätte ihn ohne politischen Beschluss gekauft. Was auch den Steuerzahlerbund auf den Plan rief. Er warf Grunwald einen „politischen Alleingang“ vor. Der rechtfertigte sich, er habe den Politikern nur bei ihrer Entscheidung helfen wollen und deswegen Kübel und Baum in Auftrag gegeben. Das Geld kam aus dem Topf der Wirtschaftsförderung.

Dem Pressetermin gestern Nachmittag zur Vorstellung der mobilen Bäume blieb die SPD dann auch fern. Auch die Grünen, die im vergangenen Sommer mit ihren Koalitionspartnern CDU und FDP die Aufstellung der 13 mobilen Bäume in der Altstadt beantragt hatten, fehlten. Die drei Kugelrobinien auf dem Kirchplatz machen nur den Anfang. Bis zum Frühlingsfest am ersten Maiwochenende werden sechs weitere der 1,8 Tonnen schweren Kübel aufgestellt: an der Kunibertistraße, an der Schuamburgstraße und an der Breiten Straße. Sie ersetzen bei Festen auch die Anti-Terror-Container, an denen sich immer wieder Kritik entzündet hatte. Die übrigen vier Bäume werden nach dem Frühlingsfest auf dem Altstadtmarkt aufgestellt. Die Fläche muss für Stände freigehalten werden.

Dieses Quartett verfügt über eine Besonderheit: Es werden Sitzbänke angebracht, die zum Verweilen einladen sollen. Einen der 13 Bäume spendiert der niedergelassene Arzt Michael Rausch. Seine Frau Ulrike hatte kürzlich das Banniza-Haus am Markt gekauft und er möchte ihm neues Geschäftsleben einhauchen. Rausch möchte mit seinem Beitrag auch andere Akteure in der Altstadt ermuntern, einen Baum zu finanzieren – oder auch durch eine Spende dazu beizutragen. Denn, das machte Bürgermeister Christoph Tesche (CDU) deutlich: Mit 13 muss noch lange nicht Schluss sein. Er betonte neben dem optischen Effekt der Kugelrobinien („Ein echter Hingucker!“) auch deren ökologische Bedeutung. Dadurch werde das Klima in der Altstadt Stück für Stück verbessert. Dazu werde auch das geplante Fontänenfeld am Markt beitragen. Dessen Bau werden die Politiker am kommenden Montag in der Ratssitzung beschließen.

Tesche lobte auch Rauschs bürgerschaftliches Engagement. Der Arzt sei niemand, der sich zurücklehne und sage: ,Das soll mal schön die Stadt machen.‘ Der so Gelobte empfindet es als Selbstverständlichkeit, dass er sich in die Bemühungen einbringt, die Altstadt als Recklinghausens „Gute Stube“ attraktiver zu gestalten. Mitmacher möchte er am verkaufsoffenen Sonntag (4. Mai) bei einem Mädelsflohmarkt im Banniza-Haus gewinnen. Die Kosten für die 13 Bäume belaufen sich nach Schätzungen auf rund 9.600 Euro im Jahr.

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