Viel zu gucken gab es beim Oldtimer-Treffen in Hochlarmark, zu dem der Käfer-Club Recklinghausen eingeladen hatte.
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Viel zu gucken gab es beim Oldtimer-Treffen in Hochlarmark, zu dem der Käfer-Club Recklinghausen eingeladen hatte.

Oldtimer-Treffen

Nicht nur Käfer sind ein Hingucker

  • Ulrike Geburek
    vonUlrike Geburek
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RECKLINGHAUSEN - Es blitzt und blinkt an jeder Ecke: Beim Oldtimer-Treffen des „Käfer-Clubs Recklinghausen“ in Hochlarmark gab es überall Hingucker.

Ohne Klorollen-Häkelkleid läuft oder besser: fährt hier gar nichts. „Nein“, sagt Marlies Czernik aus Bottrop. Dabei lächelt sie fast schon verschwörerisch. „Und ohne Wackeldackel auch nicht.“ Ehemann Peter nickt zustimmend. Das Paar aus Bottrop lässt sich das beliebte Oldtimer-Treffen des „Käfer-Clubs Recklinghausen“ am Sonntag rund um den Förderturm an der Karlstraße nicht entgehen – ebenso wie mehr als 400 weitere Auto-Fans aus dem Ruhrgebiet.

Sie sitzen stolz in Liegestühlen neben ihren farbenfrohen Vierrädern oder spazieren neugierig über den Rasen. Mal gucken, was die anderen so zu bieten haben. Überall blitzen Chromteile und polierter Lack. Auch Marlies Czerniks blauer Käfer strahlt mit der Sonne um die Wette. Vor zwölf Jahren hatte Ehemann Peter ihr diesen Herzenswunsch zu Weihnachten erfüllt. Aber warum nicht schon früher? Die Frau mit den roten Haaren schmunzelt. „Ich hatte ja bis dahin noch ein Auto. Doch das ist zum Glück in Flammen aufgegangen.“ Bitte? „Vergaserbrand“, sagt sie, und das scheint alles zu erklären.

1984 in Mexiko gebaut, ist der alte Käfer nun Marlies‘ große Liebe. Und ihr Peter hat ihn aufgemotzt. „Er ist jetzt tiefer und breiter“, erzählt Peter Czernik. Sein ganzer Stolz sind auch die besonders hohen Steinschlag-Schutzecken an den Kotflügeln. Nur eine Klorolle samt Häkelkleid seiner Frau passt nicht mehr auf die hintere Ablage. „Da sind die Musikboxen im Weg“, verrät er und grinst.

Ebenfalls viel zu lachen hat Heiko Imiolczyk aus Bochum. Wenn er mit seinem knallroten VW-Bus aus dem Jahr 1958 durch die Straßen fährt, winken ihm die Menschen fröhlich zu. Denn sie sind begeistert von dem alten Feuerwehrwagen mit Blaulicht und zwei Lautsprechern auf dem Dach, der früher in Bilstein im Einsatz war. „Da kann ich sogar die Fenster nach vorne aufklappen“, erzählt Imiolczyk und schaut seinen T1 zärtlich an.

Allerdings hat er einen schweren Stand auf der Wiese. Wie so oft. Niemand hält es lange in Imiolczyks Nähe aus. Schon wieder ist der Platz neben dem Bochumer frei geworden. „Ich stehle halt jedem die Show“, sagt er ohne Bedauern. Er freut sich immer sehr, wenn sich Jung und Alt mit seinem Löschfahrzeug fotografieren lassen wollen, was häufig der Fall ist.

Sehen lassen kann sich auch der Schlitten von Ulf und Marie-Luise Philipzig aus Gelsenkirchen: ein schnittiger Ford Capri, Baujahr 1969. In Hellgrün kommt er daher. „Wir fahren sehr gerne zu solchen Treffen. Hier gibt es immer viel zu sehen“, meint Ulf Philipzig. Trotzdem ist das Paar etwas betrübt, hat es an diesem Tag doch den falschen Oldtimer aus der Garage geholt. Bei dem herrlichen Wetter wäre die Fahrt im alten Mercedes-Cabriolet eindeutig schöner gewesen.

Aber zurück zum Ford Capri. Philipzig präsentiert die schwarze Leder-Innenausstattung. „Alles tipptopp.“ Doch wo sind denn hier die Sicherheitsgurte? „Die gibt es nicht“, berichtet er. Und was sagt die Polizei dazu? „Gar nichts.“ Der sogenannte Bestandsschutz bei Oldtimern macht es möglich. Philipzig fühlt sich trotzdem wohl im Verkehr. Aber weil er einmal seinen kleinen Enkel mitnehmen möchte, wird er wahrscheinlich nachrüsten. Haben auch Sie schöne Erinnerungen an den Käfer? Dann rufen Sie uns an, RZ-Redaktion, Tel. 0 23 61/ 18 05 24 14.

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