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Sie wollen das Wir-Gefühl im Paulusviertel stärken: Quartiersmanager Helmut Scholtz, Erster Beigeordneter Georg Möllers, Ute Schünemann-Flake von ZWAR, Seniorenreferentin Ulrike Hahn und Volker Thiel, Fachbereichsleiter Soziales und Wohnen.

Neue ZWAR-Gruppe

Gemeinsam im Ortsteil älter werden

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RECKLINGHAUSEN. - Gemeinsam sind Senioren stark: Sie wollen sich gegenseitig helfen und den Schritt in den Ruhestand zusammen gehen. Die ZWAR-Gruppe macht es möglich.

Die Kinder sind aus dem Haus, mit dem Eintritt in die Rente kommt der nächste große Einschnitt im Leben. Gut vernetzt zu sein, ist die halbe Miete, um im Alter möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Ein Netzwerk soll helfen. Das soll sich am kommenden Mittwoch im Paulusviertel gründen – für alle „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ (ZWAR).

„Es kommen Menschen zusammen, die im Stadtteil gemeinsam älter werden wollen und an der Gestaltung mitwirken wollen, damit sie lange dort leben können“, erklärt Ute Schünemann-Flake von der ZWAR-Zentralstelle NRW. Potentiell sind dies 2444 Männer und Frauen zwischen 55 und 80 Jahren, die offiziell zur Gründungsveranstaltung eingeladen wurden. „Kontakte müssen frühzeitig geknüpft werden“, sind sich Helmut Scholtz und Ulrike Hahn einig. Die beiden begleiten in Kooperation mit der ZWAR-Zentralstelle NRW das Vorhaben. Der AWO-Quartiersmanager und die Referentin für Seniorenangelegenheiten der Stadt wollen die Bürger im Paulusviertel unterstützen, ihnen helfen, wenn nötig.

„Es wird aber keine Angebote geben“, betont Scholtz. „Wir übernehmen die Moderation, aber die Bürger organisieren sich selbst. Denn das Netzwerk ruft gezielt zum Selbstmanagement auf – ohne vorgegeben Struktur, ohne Hierarchie, ohne schriftliche Mitgliedsschafterklärung. „Die Leute tun sich in kleinen oder großen Gruppen zusammen und haben die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen so umzusetzen und zu gestalten wie sie es sich wünschen“, so Scholtz. Das große Zauberwort heißt also Selbstorganisation, um gemeinsam in die Phase des Älterwerdens zu gehen.

Alle zwei Wochen kommen die Teilnehmer bei einem Basistreffen zum Austausch im AWO-Seniorenzentrum an der Wildermannstraße zusammen. Der Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Freizeitaktivitäten sind ebenso möglich wie bürgerschaftliches Engagement. Die Teilnehmer schaffen sich selbst die Angebote, die sie brauchen und sich wünschen. So soll die Gemeinschaft im Paulusviertel weiter wachsen, das Wir-Gefühl stärker werden.

„Das große Ziel des Quartiersmanagements ist es, die Leute im Paulusviertel wieder näher zusammenzubringen. ZWAR soll dabei helfen“, so Scholtz. Der Bergbau hat die Identität des Paulusviertels viele Jahrzehnte stark geprägt. Über die Maloche unter Tage haben sich die Menschen miteinander identifiziert. „Diese große soziale Klammer gibt es heute nicht mehr, viele unterschiedliche Gruppen kommen hier zusammen“, beobachtet Helmut Scholtz in „seinem Revier“. ZWAR soll helfen, die Menschen wieder zusammenzubringen, und zwar nachhaltig.

Wer Ideen hat und/oder Teil des ZWAR-Projekts werden möchte, kommt am Mittwoch, 29. Juni, um 18.30 Uhr zur Gründung ins Hittorf-Gymnasium, Kemnastraße 38.

Die Kooperation zwischen ZWAR, Stadt und AWO geht ein Jahr, soll ein Anstoß sein. Denn zur Selbstorganisation gehört auch, dass die Gestaltung zum Selbstläufer wird. „Wenn ich als Mitglied mich selbst mit Herzblut einbringe, habe ich ein viel größeres Interesse daran, dass es weiterläuft“, glaubt Ulrike Hahn. Wie viele zur Gründung kommen, bleibt bis zum Startschuss unklar. Doch Helmut Scholtz ist guter Dinge: „Es haben schon einige Neugierige angerufen.“

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