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Nicht vergessen: An der Paulusstraße 6 erinnern fünf Stolpersteine an die Familie Aron, von der nur Sohn Rolf (1927-1997) Deportation und Konzentationslager überlebte.

Opfer der NS-Verfolgung

Stolpersteine auf der Paulusstraße erinnern an das Schicksal der Familie Aron

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19 Stolpersteine im Gedenken an Opfer der NS-Verfolgung gab es bislang in Recklinghausen. Jetzt sind fünf weitere hinzugekommen. Sie erinnern an die jüdische Familie Aron.

  • Eltern und zwei Söhne wurden in Auschwitz ermordet.
  • Rolf Aron überlebte den Holocaust und starb 1997.
  • Bereits 70.000 Stolpersteine in 21 Ländern verlegt.

Im Januar 1942 waren Adolf und Else Aron, die vor dem Zweiten Weltkrieg an der Paulusstraße einen Tabakgroßhandel aufgebaut hatten, mit ihren Söhnen Rolf, Hans und Günther nach Riga ins Ghetto deportiert worden. Die Eltern und deren jüngere Söhne Hans und Günther wurden im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Einzig Rolf Aron überlebte unter anderem die Konzentrationslager Stutthof, Buchenwald und Theresienstadt. Dort wurden er und sein Freund Rolf Abrahamsohn, inzwischen das letzte Mitglied der jüdischen Gemeinde Recklinghausen, das den Holocaust überlebt hat, am 8. Mai 1945 befreit. Rolf Aron starb 1997 und liegt in England, wo er nach dem Krieg gewohnt hat, begraben.

Angehörige schätzen "Orte der Erinnerung" in Recklinghausen

Vor der letzten Recklinghäuser Adresse der Arons wurden jetzt fünf Stolpersteine verlegt, die in knappen Daten die Lebensgeschichte der jüdischen Familie erzählen. Zur Enthüllung waren eigens Rolf Arons Witwe Diana, die Kinder Jeremy und Kathy, Enkel und weitere Verwandte aus England und Israel angereist. "Für die meisten der Verwandten haben wir keine Grabstätten, jetzt haben wir wenigstens Orte der Erinnerung", sagte Diana Aron.

Bürgermeister warnt vor Antisemitismus und Rassismus in Recklinghausen

Bürgermeister Christoph Tesche betonte, dass es wichtig sei, den Opfern der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft Namen und Identität zurückzugeben. Die Stolpersteine seien ein Zeichen von Trauer und Respekt vor den Opfern, gleichzeitig dienten sie als Mahnung und Warnung vor Extremismus, Antisemitismus, Rassismus und Terror.

Der Künstler Gunter Demnig hat 1992 mit der Verlegung von Stolpersteinen begonnen. Nach eigenen Angaben befinden sich inzwischen rund 70.000 Stolpersteine in 1265 deutschen Städten und 21 Ländern in Europa. 

Beim Abrahamsfest in Marl feierten Christen, Juden und Muslime gemeinsam. Anfang Dezember hat Bundeskanzlerin Angela Merkel das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz besucht.

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