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Jürgen Quante, Probst in Recklinghausen. 

Priestermangel im Vest

Von wegen Rentenalter: Pfarrer Jürgen Quante arbeitet auch mit 71 noch rund um die Uhr

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Rente mit 68? Das kann man sich im Priesterberuf nicht leisten. Es fehlt der Nachwuchs, auch im Kreis Recklinghausen. Jürgen Quante ist auch mit 71 noch oft rund um die Uhr im Einsatz.

Jürgen Quante ist 71 Jahre alt. Ein Alter, in dem fast niemand mehr berufstätig ist, sondern man die Rente genießt. Bei Jürgen Quante ist das ganz anders: „Ein Zwölf-Stunden-Arbeitstag ist bei mir nicht selten“, berichtet der Kreisdechant und Propst von St. Peter in Recklinghausen über ein Arbeitspensum, das auch für wesentlich jüngere Menschen ungewöhnlich groß ist. 

Gottesdienste vorbereiten und halten, Sakramente spenden, Kinder und deren Eltern auf die Erstkommunion vorbereiten, Besuche in Kindergärten, Sitzungen mit Gremien... Die alltäglichen Arbeiten des Geistlichen sind zahlreich. „Außerdem bin ich noch der Chef von etwa 100 Menschen, ich muss als leitender Pfarrer versuchen, die insgesamt neun Kirchorte unserer Pfarrei St. Peter im Blick zu behalten. Und ich führe jede Menge Gespräche – mit Gemeindemitgliedern, Mitarbeitern, Politikern“, berichtet Quante von weiteren Aktivitäten. 

Pfarrer sagt: „Ich habe den schönsten Beruf der Welt“

„Der Kalender ist oft mit Terminen im Stundentakt gefüllt.“ Warum macht man all das mit 71 Jahren? „Ich habe den schönsten Beruf der Welt“, sagt Jürgen Quante. „Bei der Arbeit erlebe ich viel Schönes, viele Dinge mache ich sehr gerne. Vor allem habe ich ganz viel mit anderen Menschen zu tun. Und ich kann in meinem Job viel gestalten – mit sehr wenig Aufsicht.“ So hat es Jürgen Quante noch nicht leid getan, dass er den Beruf des Priesters ergriffen hat. „Ich tue etwas nicht Belangloses – ich rede vom lieben Gott“, betont der katholische Pfarrer. 

„Einen Job nur mit dem Ziel zu ergreifen, viel Geld zu verdienen oder Karriere zu machen – das wollte ich nie.“ Bei so viel Begeisterung für die eigene Arbeit bedauert Jürgen Quante sehr, dass es nicht mehr Nachwuchs bei den katholischen Geistlichen gibt: „Natürlich verstehe ich, dass das für viele junge Leute weitab ist, aber gerade wegen der vielen Gestaltungsmöglichkeiten ist der Job doch sehr attraktiv.“

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