Vor der Recklinghäuser Synagoge am Polizeipräsidium steht ein Streifenwagen.
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Vor der Recklinghäuser Synagoge am Polizeipräsidium steht ein Streifenwagen.

Nach dem Anschlag von Halle

Polizei verstärkt Objektschutz für Synagoge in Recklinghausen

  • Alexander Spieß
    vonAlexander Spieß
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Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle hat die Polizei den Objektschutz für das jüdische Gotteshaus in Recklinghausen verstärkt. Zudem ist ein eigener Wachdienst präsent.

Die Polizei - das Präsidium liegt unmittelbar neben der Synagoge - hat in diesen Tagen einen besonderen Blick jüdische Einrichtungen im Kreis Recklinghausen und Bottrop. „Das wird auch noch eine Weile so andauern“, sagt Polizeipressesprecher Andreas Wilming-Weber. Auch wenn es keine konkrete Bedrohungslage in Recklinghausen und Umgebung gebe. Türen und Fenster der Synagoge sind ohnehin mit besonderen Schutzmaßnahmen versehen.

Jüdische Kultusgemeinde: Von Angst keine Rede

In Recklinghausen hatten rund 70 Mitglieder der jüdischen Kultusgemeinde den höchsten Feiertag Jom Kippur in der Synagoge begangen. Vorbeter Isaac Tourgman erfuhr als einer der Letzten von den Ereignissen in Halle an der Saale. „Ich hatte mein Handy aus. Handys sind für mich an diesem Feiertag verboten.“ Die Stimmung sei ruhig geblieben. Von Angst könne keine Rede sein. 

Vorbeter lobt Unterstützung für Juden in Recklinghausen

Überhaupt sei die Situation für die Juden in Recklinghausen vergleichsweise gut: „Die Polizei macht gute Arbeit, und viele Bürger stehen an unserer Seite.“ Dennoch gebe es ihm zu denken, dass Anschläge wie der von Halle mit zwei Toten 80 Jahre nach dem Holocaust geschehen. „Wir müssen etwas tun und nicht warten, bis etwas passiert.“ Mit Kippa-Aktionen oder anderen Initiativen gelte es, die Bürger zu sensibilisieren. 

Aktuell sammelt die Kultusgemeinde Geld für eine neue Thorarolle.

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