Prosper-Hospital in Recklinghausen
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Mitarbeiter des Prosper-Hospitals sind am Wochenende bedroht worden.

Nach Tod einer Patientin

Personal bedroht: Polizei stoppt 17 Familienmitglieder auf Corona-Intensivstation

  • vonJoachim Schmidt
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Ärzte und Pfleger kämpfen in diesen Tagen um das Leben von immer mehr Corona-Patienten. Im Prosper-Hospitals kam es zu einem gewaltsamen Vorfall nach dem Tod einer Corona-Patientin.

Ein Chefarzt ist auch zwei Tage nach den Vorfällen im Prosper-Krankenhaus immer noch fassungslos. Das Krankenhaus gab zwei Angehörigen einer türkischen Patientin, die auf der Intensivstation im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion verstorben war, Gelegenheit, sich zu verabschieden.

17 Angehörige stürmen das Krankenhaus

Doch es kam anders: „Es kamen 17 Angehörige, die sich gewaltsam Zutritt zur Intensivstation verschafften“, berichtet der Chefarzt weiter. „Sie haben Ärzte und Pflegekräfte für den Tod ihrer Verwandten verantwortlich gemacht, haben das Personal beschimpft, bedroht und fotografiert.“ Die Mediziner mussten schließlich die Polizei zur Hilfe rufen, um der Lage noch Herr werden zu können: „Wir sind immer noch schockiert und überlegen, ob wir eine Strafanzeige stellen.“

Die Bedrohungen waren dem Vernehmen nach so glaubhaft, dass sich eine behandelnde Ärztin nach Ende ihrer Schicht nicht mehr aus dem Haus traute: Sie ließ sich von ihrem Mann am Hintereingang abholen.

Arbeit auf Intensivstation am Anschlag

„Jeder Todesfall ist ohnehin auch für unser Personal belastend, wenn man sich zuvor zwei Wochen lang intensiv um einen Corona-Patienten bemüht hat“, sagt der Chefarzt. Wenn man aber dann quasi als Lohn für die Arbeit beleidigt und handgreiflich angegangen werde, drohe das auf die Motivation des Personals zu schlagen, die „noch sehr hoch“ sei, wie der Chefarzt sagt. Aber: „Auf der Intensivstation arbeiten wir inzwischen hart am Anschlag.“

Einen ausführlicheren Bericht, in dem es auch um die Anzahl der zu behandelnden Corona-Patienten in den Krankenhäusern geht, lesen Sie am Mittwoch, 9. Dezember, in unserem E-Paper.

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