Zahnfüllungen: Komposit und Co. verdrängen Amalgam
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Im Uniklinikum Münster half man der 23-Jährigen.

Schwerpunktpraxen helfen

Doppelt getroffen: 23-Jährige hat Corona und Zahnweh - auf Behandlung wartet sie lange

  • Tina Brambrink
    vonTina Brambrink
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Zahnschmerzen an sich können schon etwas Fieses sein. Zahnschmerzen in Verbindung mit einer Coronainfektion haben Alina Adelhoch (23) über die Feiertage fast zur Verzweiflung gebracht.

Vergangenen Karfreitag nach das Übel seinen Lauf: Einen Tag nach ihrem positiven Corona-Testergebnis meldete sich an jenem Freitag zu allem Übel noch ein Loch im Zahn der 23-jährigen Recklinghäuserin. Da die Schmerzen heftig waren, versuchte die junge Frau, direkt einen Zahnarzt zu erreichen. Erfolglos! Geholfen wurde ihr erst am Mittwoch, 7. April,- nach vier Tagen Dauer-Schmerz – und mithilfe der RZ.

Denn in ihrer Not hatte sich Alina Adelhoch an den Feiertagen an unsere Redaktion gewandt. Ihre ersten Anrufe beim Zahnärztlichen Notdienst, der an die diensthabende Praxis weiterleitete, waren immer ins Leere gelaufen. Die Hauszahnärztin teilte mit, sie mit Corona nicht behandeln zu können. „Ich habe sogar bei Krankenhäusern und der 112 angerufen, um endlich zu erfahren, dass es sogenannte Schwerpunktpraxen für die Behandlung von Corona-Infizierten bzw. unter Quarantäne Stehenden gibt.“ Am Schwerpunktstandort Bochum war allerdings nur ein Zahnchirurg, der mit Schmerzmittel helfen wollte, und kein Zahnarzt für eine Behandlung erreichbar.

Schwerpunktpraxen behandeln coronainfizierte Patienten

Erst unser Anruf bei der Kassenzahnärztlichen Vereinigung WL in Münster brachte mit einer Liste über die Behandlungszentren für Notfallpatienten mit Covid-19 Licht ins Dunkel. Am Mittwoch, 7. April, hatte Alina Adelhoch endlich ihren lang ersehnten Termin an der Zahnklinik des Universitätsklinikums Münster – und ist glücklich: „Bis zum Ende meiner Quarantäne am nächsten Mittwoch hätte ich das nicht mehr ausgehalten.“

Dr. Wilfried Beckmann, der als Vorstand der Zahnärztekammer den Notfalldienst für Westfalen-Lippe koordiniert, bedauert den Vorfall der Recklinghäuserin. Die relativ überschaubare Zahl an betroffenen Corona-Patienten mache die Versorgung mit Schwerpunktstandorten schwierig und führe zu längeren Anfahrtswegen.

Hauszahnarzt ist erster Ansprechpartner

„Rein rechnerisch sind nur elf der rund 750 Patienten, die an einem durchschnittlichen Samstag in ganz Westfalen-Lippe eine Notfall-Zahnarztpraxis aufsuchen, corona-positiv. Aber jeder Mensch mit starken Zahnschmerzen ist einer zuviel und natürlich müssen die Betroffenen richtig navigiert werden.“ Erster Ansprechpartner bleibe der Hauszahnarzt. Die Liste der Zahn-Schwerpunktzentren gibt es unter folgendem Link: www.zahnaerzte-wl.de.

Eine überlastete Telefonhotline und riesige Mail-Probleme gibt es auch bei der Impftermin-Vergabe.

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