Spechtloch im Marie-Curie-Gymnasium in Recklinghausen.
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Spechte haben tennisballgroße Löcher in die Fassade des Marie-Curie-Gymnasiums gepickt.

Tiere verwechseln Häuser mit Bäumen

Ärgernis für Hausbesitzer: Spechtlöcher können teuer werden

  • Alexander Spieß
    vonAlexander Spieß
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Wahrscheinlich ist es einfach nur ein Missverständnis. Doch gerade im Spätsommer und Herbst picken Spechte Löcher in viele Hausfassaden. Besonders betroffen ist in diesen Tagen das Marie-Curie-Gymnasium.

  • Spechte picken mit Vorliebe Löcher in wärmegedämmte Fassaden
  • Die Tiere stehen unter Naturschutz
  • Die Kosten tragen die Eigentümer

Es sind sieben. So viele Löcher klaffen derzeit in der Fassade des Gymnasiums an der Görresstraße. Leichte Farbunterschiede im hellen Putz künden zudem von früheren Spechtlöchern, die bereits verschlossen wurden. Der Hausmeitser des MCG hört die Vögel regelmäßig mit ihren Schnäbeln auf die Fassade hämmern.

Für Walter Kühler vom NABU in Recklinghausen ist das im Grunde ein Missverständnis. Er sagt: „Für die Spechte klingt ein gedämmtes Haus wie ein hohler Baum. Die Tiere vermuten hinter dem Putz Insekten und anderes Futter, das für gewöhnlich hinter der Rinde steckt.“ Die dünne Putzschicht ist für die Spechte kein Hindernis. Die Dämmschicht erst recht nicht. Die Stadt kennt das Phänomen der Specht-Löcher an ihren Immobilien. Auch das Hallenbad an der Herner Straße und selbst der Kunstbunker sind betroffen. Die Stadt lässt die Löcher in den Fassaden ihrer Liegenschaften regelmäßig wieder verschließen.

Auch Grünspechte picken Löcher in wärmegedämmte Fassaden.

Spechte stehen unter Naturschutz

Das geht in der Regel aber erst, wenn die Spechte wieder weg sind. Denn auch nistenden Tieren darf niemand zuleibe rücken. Spechte stehen unter Naturschutz. Und so muss sich die Stadt gedulden, bis die Nisthöhlen wieder leer sind. Gerade im Herbst entstehen viele Löcher allerdings nur, weil die Vögel auf Nahrungssuche sind, wissen Experten.

Tausende Euro Schaden in Recklinghausen

Für private Hauseigentümer können Spechtlöcher eine finanzielle Herausforderung werden. Die Wohngebäudeversicherung übernimmt die Kosten für ihre Beseitigung in der Regel nicht. Jörg Bräker besitzt eine Eigentumswohnung am Lohtor. Das Verschließen der Spechtlöcher kostete ihn in den vergangenen sechs Jahren fast 2000 Euro. Rund 20 Löcher hackten Spechte und andere Vögel in die Außenwände. 

Es drohen schwere Schäden an betroffenen Gebäuden

Die Gefahr: Durch die Löcher kann Nässe in die Bausubstanz dringen und weitere Schäden anrichten. Auch entstehen womöglich Kältebrücken, die die Energiekosten in die Höhe treiben. Um Spechte vom Haus fernzuhalten, kommen Lärm und Flatterband in Frage. Auch ein Futterkasten, der im Laufe mehrerer Tage immer weiter vom Haus weggesetzt wird, könne helfen.

Als vorbeugende Maßnahme hilft vor allem eins: ein glatter, feinkörniger Putz, an dem die Spechte keinen Halt finden.

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