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Das Karstadt-Haus am Altstadtmarkt.

Karstadt-Krise

Betriebsratschefin gibt sich kämpferisch

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RECKLINGHAUSEN - Christa Schubert, Betriebsratsvorsitzende der Recklinghäuser Karstadt-Filiale, ist empört über die Gerüchte, die seit Tagen die Runde machen. „Das ist doch alles Spekulation“, wettert Christa Schubert. „Es gibt keinen Schließungsbeschluss, für keine Filiale.“

Nach dem überraschenden Rückzug von Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt vor gut einer Woche hatte Aufsichtsrat Stephan Fanderl einen harten Sanierungskurs und die Schließung von bis zu 20 der verbliebenen 83 Karstadt-Häuser angekündigt. Seither mutmaßen Medien und Experten, welche Standorte es treffen könnte. Die rund 200 Mitarbeiter der Recklinghäuser Filiale hat die neuerliche Debatte in einen emotionalen Strudel aus Angst und Trotz gestürzt. Für Christa Schubert kommt die neue Diskussion über Schließungen zur Unzeit. Sie sagt: „Es geht doch bei uns bergauf. Wir sind mitten in der Umsetzungsphase.“ Nachdem Investor Nicolas Berggruen die insolvente Handelskette im Herbst 2010 übernommen hatte, durchlief das Recklinghäuser Karstadt-Haus als eines der ersten das sogenannte „Zukunftsprogramm“ des Konzerns. Mitarbeiter reichten 260 Verbesserungsvorschläge ein, Kunden wurden befragt. „Unser Sortiment ist heute gerade im Textilbereich hochwertiger, das Haus ist heller und freundlicher, und neues Mobiliar ist auch schon bestellt“, sagt Christa Schubert. Die Kundenfrequenz sei in den vergangenen Monaten besser geworden. Das Haus schien auf einem guten Weg. Bis vor wenigen Tagen.

Der Betriebsrat, betont Schubert, werde gemeinsam mit der Geschäftsleitung um den Erhalt des Hauses kämpfen. Wenn nötig, mit neuen Unterschriftenaktionen oder einem Besuch in der Essener Zentrale. Christa Schubert hofft auch auf die Hilfe der örtlichen Politiker.

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