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Recklinghausen, Messerstecherei vor einem Cafe in der Recklingaeuser Innenstadt. Foto: J. Gutzeit

Messerangriff auf Iskender Gider

Angeklagter schweigt vor Gericht

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RECKLINGHAUSEN - Seit Mittwoch steht der psychisch kranke Straßenmusiker (40)in Bochum vor Gericht, der vor sechs Monaten den stadtbekannten Künstler Iskender Gider im Café „S.Presso“ mit einem Messer angegriffen haben soll. Der mutmaßliche Täter hüllte sich zu den Vorwürfen bisher in Schweigen.

Es war der 22. April gegen 12.30 Uhr. Künstler Iskender Gider saß damals wie so häufig im Straßencafé an der Augustinessenstraße. „An dem Tag war ich nur einige Minuten da und er stand wieder vor mir“, sagte der Zeuge (61) den Richtern am Bochumer Schwurgericht. Dazu muss man wissen: Der Ziehharmonikaspieler aus Haltern und der Künstler aus Recklinghausen kennen sich bereits seit Jahren. Iskender Gider: „Weil er mir leidtat, habe ich ihn auch mal für einen Kaffee an den Tisch gebeten.“

Bereits in den Tagen vor dem 22. April war von der einstigen Harmonie nichts mehr zu spüren. Immer wieder habe er den bedrohlich quengelnden Musiker abgewiesen. Daraufhin sei dann auch einmal der Satz gefallen: „Das wirst Du noch bereuen.“ Einen Tag später, so Gider, habe er einen Anruf erhalten, dass der Akkordeonspieler auch ihn auf einer Art Todesliste führe. Drei potenziell lebensgefährliche Stichverletzungen An die Bluttat erinnerte sich Iskender Gider so: „Er sollte sich nicht zu mir setzen, tat es aber trotzdem. Dann merkte ich, dass er aufsprang und spürte drei Faustschläge im Genick. Das Hemd und die Hose waren voller Blut. Ich dachte, ach du Sch..., der hat mich doch wohl jetzt nicht abgestochen.“ Rechtsmediziner stellten später drei potenziell lebensgefährliche Stichverletzungen im Nacken fest. Zum Schluss der Zeugenvernehmung ergriff der Straßenmusiker doch noch kurz das Wort. „Mir tut die Sache sehr leid“, ließ er einen Dolmetscher übersetzen. Weil der 40-Jährige wegen einer schizophrenen Störung als schuldunfähig eingestuft worden ist, geht es in dem Sicherungsverfahren wegen versuchten Totschlags allein um die Prüfung einer Zwangseinweisung in die geschlossene Psychiatrie. Voraussichtlicher Urteilstermin: 23. November.

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