Museum Jerke

Viel Platz im Granit-Bau

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RECKLINGHAUSEN - Eines ist schon jetzt klar: Das Museum Jerke, das jenseits aller architektonischen Kontroversen allemal einen Blickfang darstellt, wird auch im Innenleben Überraschendes zu bieten haben.

Ab heute wird auf allen drei Etagen feiner Estrich gegossen, was ein Betreten erst einmal für drei Wochen ausschließt: Da nutzte Hausherr und Kunstsammler Dr. Werner Jerke gestern die Gelegenheit, der Öffentlichkeit einen Einblick in den noch unfertigen Bau zu gewähren.

Die Eröffnung einer Ausstellung naiver Kunst aus Polen in der Kunsthalle am Bahnhof (wir berichteten) bot dazu einen willkommenen Anlass: Neben zahlreichen Vertretern der sogenannten RuhrKunstMuseen verschaffte sich auch Dominika Swietonska, Direktorin des dem Außenministerium angehörigen polnischen Instituts in Düsseldorf einen Einblick: „Was Dr. Jerke hier auf die Beine stellt, ist absolut einzigartig. Es gibt keinen anderen Privatsammler auf diesem Niveau. Hier werden die Topnamen der polnischen Kunst im Allgemeinen und der polnischen Avantgarde im Speziellen vertreten sein.“

Während im Museumsrestaurant im Erdgeschoss TV-Koch Matthias Ruta ganz ausdrücklich eher bodenständige und nicht zu abgehobene Koch-Kunst präsentieren will, stehen die beiden oberen Etagen des Granit-Baus komplett Jerkes Sammlung zur Verfügung. Und man darf darauf hoffen, dass sich Ausstellungsräume und Ausstellungsstücke einen Wettstreit in Sachen Extravaganz liefern werden.

Beispielhaft steht dafür am Kirchplatz der große zeltartige Raum direkt unter dem Spitzdach, der von außen nur durch das bunte Kunstfenster beleuchtet wird, das an der Nordseite eingebaut wurde. Dr. Jerke hält sich noch weitgehend bedeckt, „aber ich verspreche, dass es dort eine besondere Form der Kunstpräsentation geben wird“.

Hochinteressant ist zweifelsfrei auch, dass das graue Steindach in der oberen Etage gewissermaßen als schräge Ebene in den Innenraum hineingezogen wird: Ein Clou des Architekten, der von außen kaum zu erkennen ist. Gut sichtbar für die Passanten sind hingegen die zwei breiten und wandhohen Fenster in der ersten Etage, doch erst mit dem Blick aus dem Inneren erschließt sich ihre gesamte Funktion: Hier öffnet sich das Museum Jerke hin zum Ikonenmuseum und zu St. Peter.

Fazit der Baustellenbegehung: Das Gebäude bietet innen mehr Platz, als man von außen vermutet – ein echtes Raumwunder.

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