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Aggressive Bettler sind in Recklinghausen zu einem Problem geworden.

Ungebetene Gäste

Aggressive Bettler belagern Biergärten - Frau wird angespuckt

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Mehrere Leser sind in Gaststätten von Bettlern aggressiv angebettelt und sogar beschimpft worden. Die Vorfälle seien nicht neu.

Update, 5. September, 12.56 Uhr:

Nach unserem Beitrag am Mittwoch über aggressive Bettler, die die Gäste in den Biergärten regelrecht beschimpfen, erreichten uns zahlreiche Zuschriften weiterer Betroffener per Mail und bei Facebook.

Eine Facebook-Nutzerin ließ uns soeben folgende Nachricht zukommen: "Ich wurde von einem Bettler angespuckt! Gott sei Dank hat er mich nicht getroffen. Das wird echt ätzend! Entweder macht die Polizei was oder die Bürger, die durchgehend auf einer aufdringlichen Art und Weise belästigt werden."

Update, 5. September, 11.50 Uhr:

"Ich werde leider täglich mehrfach von Bettlern angesprochen", schreibt uns eine RZ-Leserin per Mail. Sie arbeitet auf der Schaumburgstraße und läuft auf dem Hin- und Rückweg zur Arbeit und während der Mittagspause durch die Innenstadt. Sie könne es mehr als bestätigen, dass man regelrecht genötigt wird. "Teilweise wird einem hinterhergelaufen oder lauten nachgerufen, wenn man kein Geld gibt", erzählt sie.

"Ich finde es sehr anstrengend in Recklinghausen"

Unter unserem Facebook-Beitrag berichtet eine Facebook-Userin von ähnlichen Erfahrungen: "Ich finde es momentan auch sehr anstrengend in Recklinghausen. Wenn man innerhalb von einer Stunde drei bis viermal angesprochen wird, finde ich das nicht mehr schön. Und nicht immer geht's um Geld, oft auch um Zigaretten. Und oft wird ein "Nein" nicht akzeptiert."

Drei weitere Facebook-Nutzer stimmen dem zu. Sie seien "nicht nur einmal", sondern werden zum Teil sogar "jeden Abend" angebettelt.

Doch nicht alle Bettler würden sich aggressiv verhalten, wie ein weiteres Facebook-Mitglied berichtet: "Früher war einer bei Karstadt, der einem immer die Tür aufgemacht hat. Der war dann eingeschnappt, wenn man ihm dann keinen Euro dafür gegeben hat und wurde auch mal lauter. Aber ansonsten ist es halt nur kein schöner Anblick."

Bettler wollte statt Geld lieber ein Eis haben

Die genannte Nutzerin habe sich bislang nie belästigt gefühlt und berichtet zudem von einer positiven Erfahrung: "Letztens stand einer an der Eisdiele bei McPaper. Wir haben ihn gefragt, ob er Geld oder lieber ein Eis möchte. Er wollte tatsächlich Eis, das er dann natürlich auch bekommen hat."

Diese Erfahrungen teilt eine andere Kommentatorin allerdings nicht. Sie habe einem Bettler statt Geld eine Mahlzeit bei dem Imbiss "Qualli" an der Schaumburgstraße angeboten. Die habe der Bettler allerdings abgeleht. "Tja, dann bin ich weitergegangen", schreibt die Nutzerin.

Erstmeldung, 4. September:

„Ich gebe ja gerne, aber das war eindeutig zu viel“, sagt die Leserin im Nachhinein. Sie ist kürzlich innerhalb einer knappen Stunde von vier Bettlern angesprochen und beschimpft worden, gerade als sie mit zwei Freundinnen an einem Tisch im Eckstein saß.

 „So extrem ist mir das noch nie passiert“, so die Frau. „Die beiden letzten Bettler haben uns sogar beleidigt und wollten einfach nicht weitergehen. Ich hatte Angst, dass sie handgreiflich werden. Wir haben uns sehr unwohl gefühlt“, erklärt sie. 

"Solche Situationen sind in Recklinghausen alltäglich"

Das bedauert Eckstein-Inhaberin Andrea Falk. Solche Situationen seien leider alltäglich im Sommer. „Wir achten aber darauf, dass die Bettler nicht zu aufdringlich werden und schicken sie weg“, betont Andrea Falk.

Wie Uwe Suberg, Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, berichtet, seien die aggressiven Bettler auch auf dem Altstadtmarkt ein Problem. „Das ist ein Kampf gegen Windmühlen“, so Suberg. „Fünf sind ständig da, fünf kommen immer mal wieder vorbei“, meint er genervt. "Und sie haben keinen Respekt.“

Polizei hat Biergärten in Recklinghausen im Blick

Auch die Polizei hat er bereits eingeschaltet, jedoch erfolglos. „Das gibt dann eine Ansprache oder maximal einen Platzverweis. Und später sind die Bettler wieder da. Ich bin ratlos.“ Polizei und Ordnungsamt haben indes nicht den Eindruck, dass das aggressive Betteln zugenommen hat. Dennoch haben sie die Biergärten der Stadt im Blick.

Pfarrer kennt die Probleme der Bettler in Recklinghausen

Gasthaus-Pfarrer Ludger Ernsting kennt die meisten der Bettler. Sie nehmen die Hilfe seines Hauses an der Heilige-Geist-Straße in Anspruch. Einige von ihnen hätten psychische Probleme und seine deshalb so aggressiv, erzählt er. Ernsting weiß: „Für die einen ist das Betteln eine Existenzfrage. Die anderen finanzieren damit ihre Sucht.“

Zuletzt ist einem Gast in der Gaststätte Murphys der Jutebeutel von der Schulter gerissen worden. Darin befanden sich Fan-Artikel.

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