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Musiker Matthes Fechner ist im Alter von 60 Jahren gestorben.

Große Trauer um Recklinghäuser Künstler

Ausnahmemusiker Matthes Fechner ist tot: Wegbegleiter findet emotionale Worte

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Nach dem Tod von Matthes Fechner nehmen einige Weggefährten Abschied unter Jürgen Fischer, Referatsleiter Kultur und Sport beim Regionalverband Ruhr.

Update, 10. Dezember: Jürgen Fischer, Dramaturg am Ruhrfestspielhaus und Referatsleiter beim Regionalverband Ruhr, verabschiedet sich in einem bewegenden Brief von seinem langjährigen Weggefährten und teilt persönliche Erinnerungen mit dem einstigen Ausnahmemusiker.

"Er war mehr die Gitarre als der Gangster, schon als ich ihn 1983 kennenlernte", heißt es darin. Und weiter: "Matthias war Musiker durch und durch und er hatte den Blues. Wäre das Leben gerecht, dann wäre ihm die Karriere als Profi-Musiker erlaubt worden, die er verdient gehabt hätte."

Jürgen Fischer erinnert sich an "vergnügliche Gastspielreisen" mit Matthes Fechner in den achtziger Jahren, an Fechner als ein "Meister der Improvisation" und an Fechner den "Guitar-Gangster".

1991 zog es Matthes Fechner und Jürgen Fischer nach Bochum, wo sie das Prinz Regent Theater eröffneten. Fechner habe den Umbau der alten Schwarzkaue als technischer Leiter mit Bravour umgesetzt.

"Wer heute das Theater im Bochumer Süden besucht, trifft in Foyer und Saal noch immer auf seine Handschrift", heißt es in dem Brief. Immer wieder habe es den selbstständigen Beleuchtungsmeister in die Theater der Republik und – immer wieder auf den grünen Hügel in Recklinghausen gezogen.

"Der Guitar-Gangster war da längst zur Marke geworden und Matthias als Ausnahmemusiker hoch geachtet", schreibt Fischer. Dann habe es Jahre gegeben, an denen sich die beiden kaum begegnet sind. "Aber seit 1995 hat es kein Jahr gegeben, in dem er nicht mit der stetig wachsenden Familie und seiner Gitarre beim traditionellen Osterfeuer im Garten an der Dorstener Straße aufgetaucht wäre."

Der Ostersonntag 2020 werde nun der erste sein, an dem wir vergeblich auf Matthias warten werden, so Fischer. "Es macht mein Herz leichter, dass ich mich noch in der Woche vor seinem Tod von ihm habe verabschieden können. Unbeholfen zwar und unausgesprochen, aber mit dem Gefühl einer tiefen Verbundenheit, das den Tod überlebt."

Update, 9. Dezember: 11.23 Uhr: 

Auch Bürgermeister Christoph Tesche äußerte sich zum Tode des Musikers: "Diese Nachricht macht mich sehr traurig! Heute ist der Recklinghäuser Künstler Matthias Fechner verstorben. Ich habe Matthes immer wieder bei ganz verschiedenen Veranstaltungen erleben dürfen. Er war ein ausgezeichneter Musiker mit einem starken Bekenntnis zur Region und zur Stadt Recklinghausen. Vor allem war er aber ein ganz feiner und liebenswerter Mensch! Er hat sich um die Musikszene in und um Recklinghausen verdient gemacht. Er wird uns fehlen."

Der Mann mit der unvergleichlichen Blues-Stimme war unter anderem bekannt als Bandleader der „Fabulous Guitar Gangsters“. Das Urgestein der Rock- und Bluesszene des Ruhrgebiets trat aber auch solo auf und spielte bei „Pink Pony in Danger“. 

Künstlerische Spuren in Recklinghausen hinterlassen

Mit Vorleser Michael van Ahlen war er ebenso künstlerisch unterwegs wie mit dem Recklinghäuser Schauspielerpaar Christine Sommer und Martin Brambach. Die beiden begleitete er unter anderem bei den Ruhrfestspielen, wo er beruflich auch im technischen Bereich tätig gewesen war.

Auch Schauspielerin Christine Sommer trauert 

„Unendlich traurig, ein wahrhaft genialer Musiker und Freund ist heute Morgen von uns gegangen! Matthes, nur wer leidet, kann den Blues wirklich singen, sagtest du immer… und den hattest du wie kein anderer“, schrieb Christine Sommer auf Facebook. In dem sozialen Netzwerk äußerten viele Weggefährten und Freunde des Musikers ihre Trauer und Bestürzung.

Auftritt bei Musiknacht bereits abgesagt

Matthes Fechner hatte in Recklinghausen bei „Sommer im Park“ einen Auftritt mit seiner Band „Pink Pony in Danger“. Seine Teilnahme bei der Musiknacht – da wollte er gemeinsam mit Michael van Ahlen in der Stadtbibliothek auftreten – musste er bereits krankheitsbedingt absagen. Für den 14. Dezember war ein Soloauftritt in Gelsenkirchen-Buer geplant.

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