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Wie standfest ist der Baum? Gutachter Hermann Reinartz untersucht die markante Blutbuche im Herzen der Recklinghäuser Altstadt.

Gutachten liegt vor

Jetzt steht fest, wie es mit der Boente-Buche weitergeht

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Drei Tage hat der Gutachter gerechnet. Jetzt liegt seine Einschätzung darüber vor, ob die alte Blutbuche im Biergarten der Hausbrauerei Boente eine Zukunft hat oder nicht.

Ergebnis: Der von der Unteren Naturschutzbehörde eingeschaltete Fachmann sieht die Standsicherheit des bis zu 180 Jahre alten und 27 Meter hohen Baumriesen nicht gefährdet. Boente-Betreiber Uwe Suberg kann aufatmen: Er darf sein Wahrzeichen an der Augustinessenstraße behalten. Das dürfte auch die allermeisten seiner Gäste freuen. Obwohl die Blubuche vom Riesenporling befallen ist, gibt Hermann Reinartz aus Köln grünes Licht. Am Montag hatte ein sogenannter Zugversuch mit einem Drahtseil Aufschluss über die Standfestigkeit des Baumes geben sollen. Danach waren noch weitere Berechnungen nötig.

Weiterer Test in zwei bis drei Jahren

Künftig soll der Baum verstärkt beobachtet werden. In zwei bis drei Jahren soll ein weiterer Zugversuch zeigen, ob der Pilzbefall vorangeschritten ist.

Ursprungsbericht vom 12. November:

Ein Pilz hat sich im Wurzelwerk des Blutbuche festgesetzt: der Riesenporling. "Das kann gefährlich sein, muss es aber nicht", erklärte Ulrike Mathes von der beim Kreis angesiedelten Unteren Naturschutzbehörde. Klar ist: Sollte die Standsicherheit des Baumes nicht mehr gegeben sein, muss das rund 30 Meter hohe Wahrzeichen gefällt werden.

Ergebnis des Belastungstests steht noch aus

Gutachter rückten an, Mitarbeiter der Kreisverwaltung legten ein Stahlseil um den Stamm. Mittels eines Greifzuges an einem Traktor wurde die Blutbuche einem Härtetest unterzogen. Mit der Zugkraft von 1,2 Tonnen zog der Trupp in vier verschiedene Richtungen. 

Am Stamm angebrachte Sensoren sollten das Maß der Bewegung aufzeichnen. Anhand der Daten errechnen die Gutachter mit einer speziellen Software ein Belastungsprofil für den Baum. Das Ergebnis wird erst in ein paar Tagen feststehen. "Unsere Ausgangsmessungen waren zunächst unauffällig", so Gutachter Hermann Reinartz. "Doch das heißt gar nichts."

Bekämpfung des Pilzes ist laut Gutachter nicht möglich

Eine Bekämpfung des Pilzes selbst sei nicht möglich, betonte Gutachter Heiner Löchteken: "Man kann zwar die an der Oberfläche sichtbaren Pilzfruchtkörper beseitigen, aber der eigentliche Pilz steckt im Wurzelwerk."

Recklinghäuser Wirt nennt Fällung ein "Desaster"

Für Gastronom Uwe Suberg ("Suberg's bei Boente") wäre es ein "Desaster", wenn die mächtige Blutbuche in dem Biergarten an der Augustinessenstraße tatsächlich gefällt werden müsste. "Man kann sich diese Ecke der Altstadt doch gar nicht ohne den Baum vorstellen", so Uwe Suberg. 

In Herten läuft aktuell eine große Baumfällaktion. Und in Castrop-Rauxel gibt es seit Wochen Ärger um eine rund 250 Jahre alte Eiche, die gefällt werden soll.

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