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Anfang Mai brannte der Imbiss an der Martinistraße komplett aus.

Feuer war Brandstiftung

Statt zu kassieren, sitzt der Besitzer eines orientalischen Restaurants vor Gericht

Dem Betreiber des Restaurants "Damaskus Gourmet" werden Brandstiftung und versuchter Versicherungsbetrug vorgeworfen. Schon zwei Stunden nach dem Brand meldete er den Schaden.     

Vor sechs Monaten stand der syrische Imbiss mitten in der Nacht in Flammen. Keine zwei Stunden später meldete der Betreiber den Schaden bei der Versicherung. Knapp zwei Wochen später wurde der Mann festgenommen. Der gewaltige Brandschaden wird in der Anklage mit 150.000 Euro beziffert. Zu den Vorwürfen wollte der 33-Jährige zum Prozessauftakt am Bochumer Landgericht selbst nichts sagen. Das überließ er seinem Verteidiger Knuth Meyer-Soltau. Der stellte gleich klar: „Die Angaben in der Anklage sind bedauerlicherweise richtig.“ Mehr solle dazu aber nicht gesagt werden.

Nach kurzer Zeit stand alles in Flammen

Das Feuer in der Martinistraße muss in der Nacht auf den 3. Mai zwischen 0 Uhr und 1.50 Uhr gelegt worden sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte Brandbeschleuniger verschüttet und außerdem an mehreren Stellen des Lokals in Öl getränkte Papiertücher verteilt hat. Das Inventar, die Tür- und Fensterrahmen: Kurz danach stand alles in Flammen.

Die Geschäfte in Recklinghausen liefen schlecht

Laut Anklage ist es nur der Wachsamkeit einer Nachbarin zu verdanken, dass damals nicht mehr passiert ist. Sie hatte um 1.53 Uhr die Feuerwehr gerufen. Die weitere Ausbreitung der Flammen konnte so verhindert werden. Nach Erkenntnissen der Ermittler waren zur Tatzeit 20 Personen in dem Haus gemeldet – darunter auch der Angeklagte. Hintergrund der Brandlegung soll die schlechte finanzielle Situation des 33-Jährigen gewesen sein. „Er kam auf die Idee, seine Geschäftsräume in Brand zu setzen, um auf diese Weise ungerechtfertigt Versicherungsleistungen zu erhalten“, heißt es in der Anklage. Dass die Geschäfte schlecht liefen, davon scheint auch die 11. Strafkammer des Bochumer Landgerichts nach vorläufiger Würdigung überzeugt zu sein. Richterin Susanne Schön-Winkler: „Nach Aktenlage sieht es so aus, als ob dem Angeklagten das Wasser damals bis zum Hals gestanden hat.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

Auch der Brand in der Kinderwelt Recklinghausen sorgte für viel Aufsehen.

Der Todesfahrer von der Hertener Straße hofft auf ein milderes Urteil. 

Flüchtlingsunterkunft in Oer-Erkenschwick verraucht - Bewohner flüchten auf den Schulhof.

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