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Von dem Vorfall an der Hertener Straße ist heute nichts mehr zu erkennen.

Fall geht vor den Bundesgerichtshof

Nach Todesfahrt an der Hertener Straße - Angeklagter kämpft für eine mildere Strafe

Zehn Monate nach dem Unglück an der Hertener Straße mit einer Toten legt der Familienvater aus Herten Revision ein.

Das Bochumer Schwurgericht verurteilte den 33-Jährigen am 27. September zu drei Jahren Haft plus einer vierjährigen Führerschein-Sperre. Doch damit gibt sich der Angeklagte nicht zufrieden. Er legt Revision ein.

Laut Urteil hatte der Hertener am 20. Dezember 2018 die Kontrolle über seinen Pkw verloren und war mit Tempo 37 an einer Haltestelle in wartende Passanten gefahren. Eine Seniorin war dabei tödlich verunglückt.

Richter gehen nicht von einer Amokfahrt aus

Vom anfänglichen Vorwurf einer gezielten Amokfahrt in eine Menschenmenge waren Gericht und Staatsanwaltschaft während der Beweisaufnahme abgerückt und hatten den in einer psychiatrischen Klinik untergebrachten Familienvater wieder freigelassen. 

Auch der Vorwurf, der Angeklagte habe Suizid begehen wollen, hielten die Richter für abwegig. Vorzuwerfen sei ihm, dass er vor der Unglücksfahrt Schlafmittel eingenommen habe. Der Fahrer behauptete auch mal, er habe Stimmen gehört.

Beim vergangenen Prozesstermin gab es im Prozess um den Todesfahrer eine verblüffende Wendung.

Verminderte Schuldfähigkeit wird überprüft

Dass die Richter dem seit Jahren psychisch labilen Angeklagten trotz entgegenstehender Vorgutachten keine verminderte Schuldfähigkeit zugebilligt haben, „wollen wir vom Bundesgerichtshof überprüfen lassen“, erklärte Verteidiger Jens Tuschhoff.

Sollte der BGH die Annahme einer vollen Schuldfähigkeit als Rechtsfehler einstufen, könnte ein zweiter Prozess angeordnet werden. Mit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs ist frühestens Mitte nächsten Jahres zu rechnen.

Der Löschzug Hochlar rückte zu einem Einsatz in der Kita St. Suitbert in Recklinghausen an. Mehrere Schaulustige verfolgen das Spektakel.

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