Wahlkampf im Netz

Anzeigen-Ärger bei Tobias Köller nach Beleidigungen - weitere Betroffene äußern sich

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Der UBP-Landratskandidat Tobias Köller soll drei Personen aus Recklinghausen im Internet beleidigt haben. Er streitet die Vorwürfe als "Fake" ab.

Update, 10. September, 15 Uhr: Nach unserer Berichterstattung über Tobias Köller (UBP) haben sich zwei weitere Personen gemeldet, die sich ebenfalls von ihm in den sozialen Medien beleidigt fühlen und auch über eine Anzeige nachdenken. Der Landratskandidat selbst schildert in einer langen E-Mail seine Sicht der Dinge.

Darin bedankt er sich, dass er in dieser Zeitung Stellung zu den Vorwürfen nehmen darf, und erklärt, dass ihm durchaus bewusst sei, dass er durch sein politisches Amt Anfeindungen und gar Intrigen ausgesetzt sei, die zunehmend brutaler würden. Die Anschuldigen eine Woche vor Wahl betrachtet er keineswegs als zufällig.

Die Richtung, aus der die vermeintliche Attacke gegen ihn gefahren werde, deutet er allerdings nur an: „Die SPD in Recklinghausen ist inhaltlich blank bis auf die Knochen. Profilieren geht aktuell nur über den Kampf gegen ,Rechts’. Ich habe auf meinem Handy Gesprächsverläufe, wie die Jusos (unterstützt durch die SPD) inhaltlich die Diffamierung der UBP für die Woche vor der Wahl planen.“

Auch Ratskandidatin von Tobias Köller beleidigt

Dass er „kein Kind von Traurigkeit“ sei (Köller über Köller), hat aber auch Kathrin Völkel, die in Datteln als Grüne für den Rat kandidiert, feststellen müssen. Sie wurde von Köller unter anderem als „Völkel-Viech“, „hässliches Entlein“, „Versagerlein“ und „Komplettversager“ bezeichnet und außerdem von diesem fälschlicherweise unterstellt, dass sie keine Kinder, kein Studium und keine Familie hätte. „Was denkt er sich dabei?“, fragt sie sich.

Auch Markus von Gilardi hat sich bei uns gemeldet und eine Anzeige gegen Köller angekündigt. Sein „Vergehen“ war eindeutig: Er hatte Tobias Köller bei Facebook vorgeworfen, dass dieser sein „Social-Media-Tourette“ nicht wirklich unter Kontrolle habe.

Erstmeldung, 9, September, 18.07 Uhr: Tobias Köller werden in Kürze drei Anzeigen ins Haus flattern. Der UBP-Vorsitzende, der bei der Kommunalwahl am Sonntag als Landratskandidat antritt, soll drei Recklinghäuser bei Facebook als „Muschi“ und „Linkes Viech“ beleidigt haben. Die Screenshots dieser Nachrichten liegen der Redaktion vor. Die Betroffenen erstatteten Anzeige bei der Polizei.

Kommunalwahl in Recklinghausen: Köller bestreitet Vorwürfe

Der UBP-Vorsitzende aus Recklinghausen bestreitet die Vorwürfe und mutmaßt, dass es sich dabei um „Fakes“ handelt. „Von meiner Seite hat es keinerlei Beleidigungen gegeben“, sagt Tobias Köller. Vielmehr sieht er sich und seine Familie selbst in der Opferrolle. Sie seien „in einer Art und Weise angegangen, die außerhalb der freien Meinungsäußerung stehen, so Köller. 82 Sachverhalte dieser Art lägen aktuell bei seinem Rechtsanwalt auf dem Schreibtisch.

Landratskandidat aus Recklinghausen will Zugangsdaten für Facebook preisgeben

Der Landratskandidat bietet eine eidesstattliche Versicherung an, dass die Beleidigungen nicht von ihm stammen. Zudem sei er bereit, die Zugangsdaten für sein Facebooks-Profil preiszugeben. Eine Polizeisprecherin bestätigt auf Nachfrage, dass Anzeigen eingegangen sind. Der Beschuldigte werde im Laufe dieser Woche benachrichtigt. Einen ausführlicheren Bericht lesen Sie in unserem E-Paper.

Es ist nicht die erste Kontroverse um die Partei vor der Kommunalwahl: Eine Rentnerin tritt ebenfalls für die UBP an. Das Problem: Davon erfuhr sie erst aus der Zeitung.

Rubriklistenbild: © UBP

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