Fachmarkt Askania
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Der Fachmarkt Askania hat Insolvenz angemeldet.

105-jährige Firmengeschichte

Askania mit 140 Mitarbeitern ist insolvent - wie geht es jetzt weiter?

  • Ralf Wiethaup
    vonRalf Wiethaup
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Bereits am 3. Februar hat die Askania GmbH aus Recklinghausen einen Insolvenzantrag gestellt. Das ist nun bekannt geworden. Betroffen sind insgesamt 140 Mitarbeiter.

Update, 25. Februar: Wie es mit dem Fachmarkt Askania weitergeht, ist noch unklar. Wenn es nach Rechtsanwältin Dorothee Madsen aus Bochum geht, die vom Gericht zur Sachverständigen und vorläufigen Insolvenzverwalterin bestellt wurde, dann sollen alle Filialen wieder öffnen, sobald „die von der Bundesregierung angeordneten Schließungsverfügungen wieder aufgehoben werden“.

Die Mitarbeitergehälter und das Kurzarbeitergeld werden aktuell vorfinanziert. Einen entsprechenden Antrag hat die Insolvenzverwalterin bei der Agentur für Arbeit Bochum gestellt – und zwar für die Monate Januar bis März 2021. Derzeit werden Inventuren und Bestandsaufnahmen durchgeführt, um Klarheit über die wirkliche Konstitution der Askania GmbH zu erhalten. Und diese kann so schlecht nicht sein, wenn man den Worten von Birgit Böger Glauben schenkt: „Wir waren ja eine gesunde Firma – bis die Corona-Krise kam.“

Nicht mehr wirklich eingebunden ist die Geschäftsführerin in den weiteren Verlauf des Verfahrens: Die Insolvenzverwalterin wird auch mit Unterstützung einer Beratungsgesellschaft den Markt sondieren, um interessierte Käufer für Askania zu finden. Und angeblich stehen die Chancen dafür nicht schlecht.

Erstmeldung, 24. Februar: Der Insolvenzantrag von Askania muss jedoch nicht zwangsläufig das Ende der 105-jährigen Firmengeschichte sein, doch die Sorgen der insgesamt 140 Mitarbeiter dürften dennoch sehr groß sein: Und das habe ganz ausdrücklich und unmittelbar mit der Corona-Krise zu tun, erklärt Birgit Böger als Geschäftsführerin und Inhaberin der Fachmärkte für Schreibwaren, Bürobedarf, Geschenkartikel und einiges mehr.

Die 48-jährige Oer-Erkenschwickerin erhebt schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung: „Wir mussten unsere 24 Filialen am 13. Dezember schließen. Die Novemberhilfe haben wir nicht bekommen, weil wir da ja noch geöffnet hatten, und die Dezemberhilfe haben wir nicht beantragen können, weil wir keine Novemberhilfe erhalten haben. Das ist doch absurd. Und für den Januar hätten wir allenfalls Zuschüsse für die Kosten bekommen können.“

Askania verzeichnet Verlust in Millionhöhe

Vom Zeitpunkt der Schließung bis Anfang Februar habe Askania einen Umsatzverlust von zwei Millionen Euro hinnehmen müssen. Da sei der Gang in die Insolvenz unausweichlich gewesen. Der überwiegende Teil der Beschäftigten ist bereits seit dem 13. Dezember in Kurzarbeit, in der Recklinghäuser Unternehmenszentrale an der Ecke Buchweg/Am Stadion halten einige wenige Mitarbeiter das „call&collect“-Geschäft aufrecht. Das Bestellen und Abholen wird im Übrigen weitergeführt – an den Wochentagen von 9 bis 13 Uhr.

Wie es mit dem Unternehmen nach Ansicht von Insolvenzverwalterin und Rechtanwältin Dorothee Madsenaus weitergeht, lesen Sie am Donnerstag, 25. Februar, hier auf 24Vest.

Nach fast 36 Jahren hat auch die Textilpflege in Recklinghausen-Hochlar geschlossen. Im Zuge der Schließung verschwindet auch die dazugehörige Postfiliale aus dem Stadtteil. Auch an anderen Orten in Recklinghausen schließen langjährige Unternehmen, wie die Alte Apotheke an der Breiten Straße und das Café Schäper in Suderwich.

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