Wiese am Festspielhaus
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Der Regenwasserentkopplung im Stadtgarten fallen mehrere Bäume zum Opfer.

Teich und Sickerflächen

Naturschützer empört: Bäume müssen im Stadtgarten weichen

  • Alexander Spieß
    vonAlexander Spieß
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Ab dem Herbst wird sich das Gesicht des Stadtgartens deutlich ändern. Sickerflächen und Teiche entstehen. Dafür müssen allerdings auch Bäume gefällt und Sträucher gerodet werden.

Update, 27. April: Naturschützer befürchten bereits einen Kahlschlag. Die Baumschutzgruppe forderte eine Beteiligung der Bürger an den Plänen. Die soll es nach Angaben der Stadtverwaltung auch geben, vermutlich digital, in Form einer Wikimap. Auf diesem Wege erfolgte die Bürgerbeteiligung bereits auf der Hillerheide und in Stuckenbusch.

Angaben zum Umfang der bevorstehenden Baumfällungen könne die Stadt derzeit noch nicht machen, heißt es auf Anfrage aus dem Rathaus. Dafür sei es im jetzigen Stadium der Planungen noch zu früh. Jedoch gehe es bei der Abkopplung des Regenwassers um eine „ökologische Verbesserung“. Deshalb werde „natürlich auch mit dem vorhandenen Grün im Stadtgarten möglichst schonend umgegangen“.

Sickerflächen sollen Überschwemmung vermeiden

Das ehemalige Hirschgehege soll sich in eine Sickerfläche verwandeln, Teiche sollen direkt am Festspielhaus sowie am Ende des Hohlwegs im Bereich der Dorstener Straße entstehen. Letztlich werde das Wasser aus dem Stadtgarten und den angrenzenden Wohnsiedlungen bei Starkregen nicht mehr hauptsächlich in die Kanalisation fließen. Das soll Überschwemmungen in der Altstadt vermeiden, sagt Stadtentwässerer Franz-Josef Knoblauch. Ein Teil des Regenwassers wird nach dem Umbau im Stadtgarten versickern, der Rest gedrosselt ins Kanalnetz fließen.

Erstmeldung, 20. April: Im August, hieß es, werde der Umbau des Stadtgartens beginnen. Das ehemalige Hirschgehege wird in eine Sickerfläche umgewandelt, auf der Wasser nach starken Regenfällen verdunsten und eben auch versickern soll. Regenwasser wird auch entlang des Hohlwegs bergab geführt, nicht nur unterirdisch in einem neuen Stauraumkanal, sondern auch an der Oberfläche. Schließlich sollen ein Teich und mehrere weitere Bassins am Ruhrfestspielhaus und am Ende des Hohlwegs an der Dorstener Straße entstehen.

Das sehen zumindest die derzeitigen Pläne vor. Starke Regenfälle über dem Stadtgarten und seinen angrenzenden Siedlungen sollen nicht mehr als Sturzbäche über die Kanalisation in die Altstadt fließen und dort für Überschwemmungen sorgen, sondern zum Teil im Stadtgarten versickern und deutlich langsamer an die Kanalisation abgegeben werden. Kritiker mahnten an, dass der Baubeginn im August wegen der zu erwartenden Baumfällungen nicht im Einklang mit dem Naturschutz stehe.

Frühestens im Herbst müssen Bäume im Stadtgarten weichen

Tatsächlich werden Bäume fallen, räumt Recklinghausens Stadtentwässerer Franz-Josef Knoblauch ein. Allerdings nicht schon im August, sondern frühestens im Herbst. Im August stünden zunächst vorbereitende Arbeiten wie die Suche nach Versorgungsleitungen und Bodenuntersuchungen an. Dann erst folge die Ausschreibung des Vorhabens. Auch den Antrag auf Fördermittel werde die Stadt erst dann stellen. Mindestens 80 Prozent der geplanten Investitionssumme in Höhe von 2,7 Millionen Euro hoffe man mit Fördermitteln abdecken zu können, sagt Franz-Josef Knoblauch.

Bevor jedoch der erste Baum fällt, würden auch die Bürger an der Maßnahme beteiligt. Vermutlich online über eine sogenannte Wiki-Map werden sie sich zu dem Vorhaben äußern und Kritik sowie Anregungen äußern können – ähnlich wie bereits vor einigen Jahren in Stuckenbusch und Hillerheide. Eine solche Bürgerbeteiligung hatte unter anderem die Baumschutzgruppe Recklinghausen angemahnt. Das Fällen und Roden von Bäumen und Sträuchern werden deren Mitglieder allenfalls zähneknirschend akzeptieren.

Recklinghausen bereitet sich auf Klimawandel vor

Für Franz-Josef Knoblauch ist der geplante Umbau des Stadtgartens jedoch auch eine Maßnahme, die die Stadt besser auf den Klimawandel vorbereiten soll. Vom Stauen und Versickern des Wassers würden Pflanzen und Tiere profitieren. Auch auf den Grundwasserspiegel werde sich die Maßnahme positiv auswirken, da mehr Wasser vor Ort versickert.

Allerdings werde das Regenwasser allein nicht ausreichen, um die geplanten Teiche am Ruhrfestspielhaus und am Ende des Hohlwegs an der Dorstener Straße ständig zu füllen. Deshalb sehen die derzeitigen Planungen die Zugabe von Trinkwasser vor. Franz-Josef Knoblauch an: „Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“

Den groben Zeitplan gibt es in einem ausführlicheren Bericht in unserem ePaper. Hier geht es zu unserer bisherigen Berichterstattung zum Stadtgarten-Umbau.

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