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Will Bürgermeister von Recklinghausen werden: SPD-Chef Andreas Becker.

Bürgermeisterwahl 2020

Jochen Welt unterstützt Beckers Bewerbung

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Der frühere Bürgermeister und Landrat Jochen Welt begrüßt Andres Beckers Bewerbung als Bürgermeisterkandidat der SPD. Der Parteivorsitzende stehe allerdings vor einer schwierigen Aufgabe.

"Das ist keine leichte Aufgabe für Andreas Becker. Um ehrlich zu sein", schreibt Parteifreund Jochen Welt in einer Stellungnahme. Ihn selbst habe Beckers Schritt zu diesem Zeitpunkt durchaus überrascht: "Ich habe fast nicht mehr damit gerechnet".

Beckers Brief an den SPD-Vorstand sei "authentisch geschrieben und macht Sinn". Die Entscheidung des Landtagsabgeordneten verdiene den Respekt und die "Unterstützung aller Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten". Welt selbst und auch die "Rote Runde Extra", in der sich frühere Mandatsträger der SPD zusammengeschlossen haben, stünden an der Seite Andreas Beckers. Welt weiter: "Für Recklinghausen muss eine sozialdemokratische Alternative erkennbar und wählbar sein."

Entscheidung nicht leicht gemacht

In einer E-Mail an den erweiterten Vorstand, die unserem Portal vorliegt, hatte der 53-jährige Becker mitgeteilt, er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, da er erst in dieser Woche zum Sprecher für Bauen und Wohnen seiner Fraktion im Landtag gewählt worden sei. Allerdings sei er nach der Europawahl von „vielen Menschen innerhalb und außerhalb unserer Partei“ angesprochen worden, ob er sich nicht bewerben wolle. Becker zeigt sich zuversichtlich, dass er nicht als Zählkandidat antreten werde. Das Rennen um den Posten des Bürgermeisters sei völlig offen.

Der 53-Jährige wird sich nach jetzigem Stand mit Sven Mosdzien auseinandersetzen müssen. Der auch in den eigenen Reihen politisch weitgehend im Hintergrund Gebliebene hatte bereits im April seine Bereitschaft zu kandidieren erklärt. Becker hatte dies mit den Worten kommentiert, der 43-Jährige sei nicht der Kandidat seiner Wahl. Der Parteichef selbst hatte eine eigene Kandidatur bisher stets ausgeschlossen. Am Freitag hatte er noch angekündigt, er werde seine Entscheidung nach dem Wochenende bekannt geben.

Hier die Erklärung Beckers an seine Parteifreunde im Wortlaut:

An die Mitglieder des SPD-SV-Vorstands

Liebe Genossin, lieber Genosse!

Seit längerer Zeit, besonders intensiv seit der Europawahl werde ich von vielen Menschen inner- und außerhalb unserer Partei auf die Kommunalwahl 2020 und eine mögliche Kandidatur meinerseits für das Amt des Bürgermeisters der Stadt Recklinghausen angesprochen.

Ich gebe gerne zu: Mein Respekt vor dem Amt des Bürgermeisters und dass ich meine Arbeit im Landtag insbesondere vor dem Hintergrund meiner neuen Aufgabe als Sprecher der SPD-Fraktion für Bauen und Wohnen sehr gerne mache, haben mir meine Entscheidung nicht leicht gemacht, mich um eine Kandidatur zu bewerben. Denn: Ich werde nicht als Zählkandidat antreten, sondern werde im Falle meiner Nominierung durch die Mitglieder meiner Partei mit einem guten Team alles geben, um im Herbst nächsten Jahres mit einer starken SPD im Rücken Bürgermeister meiner Heimatstadt zu werden.

Die Ausgangslage ist so wie sie ist: Die Kommunalwahlen 2020 werden spannend. Nichts ist entschieden und alles ist möglich! Die Grünen werden sich aufmachen wollen, um neben CDU und uns um die Meisterschaft mitzuspielen. Es wird deshalb in besonderer Weise darauf ankommen, einen inhaltlichen und in der Sache deutlichen Wahlkampf zu führen, eindeutiges Profil zu zeigen und Unterschiede zu unseren Mitbewerbern herauszustellen. Das traue ich mir zu.

Das wird auch notwendig sein, denn die Aufgaben sind groß. Hier nur zwei Beispiele: Die Verkehrswende in Recklinghausen kommt nicht voran! Das gilt für den Radverkehr, für Busse und Züge sowie innovative Verkehrsmodelle in der Stadt und innenstadtnahen Wohnquartieren. Und kürzlich wurde uns bescheinigt: In Recklinghausen sind die sozialen Unterschiede innerhalb der Stadtteile so groß wie sonst nirgendwo im Kreis Recklinghausen mit weitreichenden Konsequenzen auf das soziale (Zusammen-)leben, Bildungschancen und Lebensperspektiven insbesondere der jungen Menschen. Das dürfen wir nicht zulassen!

Ich bin überzeugt: Für beides wie auch für weitere Herausforderungen können und werden wir Sozialdemokraten als einzige politische Kraft die Antworten entwickeln, die allen Menschen in unserer Stadt helfen und nicht nur denen, die sich eine entsprechende Politik leisten können. Und darauf kommt es an.

Recklinghausen braucht eine starke SPD im Rat der Stadt und einen sozialdemokratischen Bürgermeister im Rathaus. Für beides kämpfe ich gerne mit Eurer Unterstützung.

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