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Mit Hinweisen an Türen und Särgen soll vor infektiösen Leichen gewarnt werden.

Corona-Krise

Bestatter rüstet sich für den Corona-Ernstfall

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Wie infektiös ist ein Covid-19-Toter? Wie kann man sich schützen? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich ein Recklinghäuser Bestattungsunternehmen. Doch viele Fragen bleiben offen.

Obwohl es noch keinen Covid-19-Todesfall in Recklinghausen gibt, stellt sich unter den Bestattern der Stadt schon länger die Frage, wie eigentlich zu verfahren ist mit potenziell infektiösen Leichen.

Das erste Problem: die Verwahrung der Verstorbenen. „Keiner will diese in seinen Räumlichkeiten“, sagt Dirk Brocki vom Bestattungsunternehmen „BestattungenVest“. Schließlich könnten die Räume kontaminiert werden. 

Stadt sorgte für Lösung

Als Brocki einen Corona-Verdachtsfall bestatten sollte, wies er auf dieses Problem hin. Das Ergebnis: Ein Kollege bekam den Zuschlag.

Auf Drängen der Bestatter gibt es nun eine Lösung seitens der Stadt. An mehreren Friedhöfen wurden Räumlichkeiten geschaffen, die eine isolierte Lagerung ermöglichen. Ein Aufkleber auf dem Sarg und ein Zettel an der Tür sollen vor der Infektionsgefahr warnen.

"Keine verbindliche Regelung" 

Aber wie groß ist die überhaupt? Eindeutige Antworten habe er darauf noch nicht erhalten, sagt Brocki. Die Angaben von Robert Koch-Institut (RKI) und Bestatterverband gingen da auseinander und seien voller Widersprüche.

Vorgaben der Städte und Kreise seien überall unterschiedlich. Generell seien noch viele Fragen offen. „Das ist das einzige, was ich bemängele“, so Brocki. „Es gibt keine verbindliche Regelung.“

Eigener Leichenwagen für Corona-Fälle 

Er selbst plädiert für Vorsicht. So könne etwa beim Umlagern noch Luft aus der Lunge entweichen. Entsprechend brauche er Schutzkleidung. Zu bekommen ist diese auf dem Markt bekanntlich kaum.  Immerhin sorgte seine Frau vor, bestellte schon im Februar Schutzmaterial.

So finden auch die Gespräche mit Angehörigen nur noch mit Mundschutz statt, im kleinsten Kreis. Und für den Ernstfall steht ein eigenes Fahrzeug bereit, das nur für Corona-Fälle genutzt werden soll.

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