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In einem Prozess am Amtsgericht ging es um das erschlichene Erbe der Schlagersängerin Andrea Jürgens.

Streit um Erbe einer Schlagersängerin

Gen-Test eines selbsternannten Erben von Andrea Jürgens entpuppt sich als Eigentor

  • Werner von Braunschweig
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Im Streit um das Erbe der in Recklinghausen verstorbenen Schlagersängerin Andrea Jürgens haben sich die Erbschleicher-Vorwürfe gegen einen Herner verfestigt. Er ist nun überführt worden.

  • 60-Jähriger behauptete, ein Halbbruder von Schlagersängerin Andrea Jürgens zu sein
  • Gen-Test weist den Mann aus Herne als Betrüger aus
  • Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs sei gesunken

Andreas P. aus Herne behauptete jahrelang, der Halbbruder der verstorbenen Schlagersängerin Andrea Jürgens zu sein. Laut Anklage soll er so nach dessen tragischen Tod aus deren Wohnhaus in Stuckenbusch Nachlassgegenstände wie ein Paillettenkleid, Fotoalben, Schallplatten und Kinderbücher beiseite geschafft haben.

Beim ersten Gerichtstermin am Amtsgericht in Recklinghausen beteuerte der Angeklagte seine Unschuld. Er will die Gegenstände rechtmäßig an sich genommen und keinesfalls gestohlen haben. Als „letzter Verwandter ersten Grades“ habe er sich nur kümmern wollen. Durch die Abgabe einer eigenen Speichelprobe und den Abgleich mit einer solchen des aktuellen Alleinerben wollte Andreas P. vor sechs Monaten alle Erbschleicher-Vorwürfe vom Tisch wischen.

Gen-Test überführt Mann Herner am Amtsgericht Recklinghausen

Im Prozess am Schöffengericht wurde am Donnerstag aber deutlich, dass der 60-Jährige nach dem Gutachten der Essener Gerichtsmedizin definitiv kein Verwandter des Kinderstars der 1970er-Jahre ist. „Das Ergebnis ist eindeutig“, hieß es vielsagend. Und weiter: „Die Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs ist eher gesunken.“

Weil der Angeklagte dem Gericht ein ärztliches Attest zugefaxt hatte, wonach er aktuell verhandlungsunfähig erkrankt ist und unter häuslicher Quarantäne steht, war von ihm am Donnerstag keine Reaktion auf das Ergebnis zu beobachten. Angeblich soll der massiv wegen Betrugs vorbestrafte 60-Jährige aber bereits durchblicken lassen haben, „das Ergebnis der Genetik anzuzweifeln“. Das Gericht will bald einen neuen Verhandlungstermin festlegen. Ein 73-Jähriger hat sich an zwei minderjährigen Mädchen vergriffen zu haben. Er muss nun ins Gefängnis.

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