Chefarzt Dr. Oliver Müller-Klönne hält das Tragen von Masken durchaus für sinnvoll.
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Chefarzt Dr. Oliver Müller-Klönne hält das Tragen von Masken durchaus für sinnvoll.

Recklinghäuser Appell

15 Bürger halten Corona-Maßnahmen für „unangemessen“ - Chefarzt hält dagegen

  • vonJoachim Schmidt
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Die 15 Initiatoren des „Recklinghäuser Appells“ halten die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionen für „unangemessen“. Aus den Krankenhäusern kommt jedoch Unterstützung.

Mit ihrer skeptischen Haltung hatten die 15 Recklinghäuser bereits im Oktober für eine wochenlange kontroverse Leserbrief-Debatte in der Recklinghäuser Zeitung gesorgt. Nun bedanken sich die Appell-Autoren für die Beiträge der „vielen Leserinnen und Leser, die sich mit angemessenen Worten zu unserem Leserbrief geäußert haben, ob zustimmend oder ablehnend“. Auch sie seien „für Vorsicht und Rücksicht“. Dann folgt allerdings ein großes „Aber“.

Gegenstimmen aus dem Medizinbereich werden zitiert, die in der Aussage münden, „dass sich die Politik bei ihren Corona-Maßnahmen auf den Rat von zu wenigen Fachleuten stützt“. Und: Die regelmäßig auftretenden Grippewellen, besonders die starke von 2018, dienen als Argument, das Lockdown und Hygiene in der aktuellen Pandemie übertrieben aussehen lassen.

Intensivmediziner beschreibt Covid-19 als potenziell tödliche Erkrankung

Dr. Oliver Müller-Klönne (59), ärztlicher Direktor des Elisabeth-Krankenhauses hält dagegen. Er hat als Chefarzt der Intensivmedizin „leider“, wie er sagt, das Coronavirus nur allzu gut kennenlernen müssen. „Der Vergleich mit der Grippe ist ein Argument“, gibt er zu. „Aber der Vergleich hinkt leider. Hat man die Grippe, mit der durchweg ältere oder vorerkrankte Menschen sterben, einmal überstanden, dann ist sie auch voll ausgeheilt und man hat meist viele Antikörper. Covid-19 hingegen sei laut Dr. Müller-Klönne eine viel gefährlichere, auch für jüngere gesunde Menschen potenziell tödliche Erkrankung. Und auch wer sie erst einmal übersteht, muss mit Folgeschäden rechnen. Man muss froh sein, wenn man damit nicht in Berührung kommt.“

Für das Tragen von Masken spreche laut Dr. Müller-Klönne vor allem „die enorm große Viruslast einzelner Infizierter – sogenannter Superspreader“. Wer sich anstecke, laufe anders als bei der Grippe Gefahr, dass neben den Atemwegen auch das Gefäß- und das Zentralnervensystem angegriffen würden. Auch die Blutgerinnung werde oft beeinflusst.

Auch schwere Verläufe bei Bürgern ohne Vorerkrankungen

Patienten hätten dann mit Embolien, Lähmungserscheinungen, Blutvergiftungen und schlimmstenfalls Multiorganversagen zu kämpfen. Er kenne den Fall eines 63-jährigen Sportlers ohne Vorerkrankung, den es erwischt habe. Er werde künstlich beatmet. Die Mortalitätsrate beatmeter Patienten liege bei 50 Prozent. Masken seien also „extrem wichtig“. Genauso wichtig wie mit skeptischen Menschen zu reden und sie vom Sinn der Masken zu überzeugen. Die Corona-Infektionen im Überblick.

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