Café S.Presso
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Seit fünf Monaten schon ist das Café S.Presso geschlossen. Das Foto wurde vor fast einem Jahr aufgenommen.

Gastronomie unter freiem Himmel

Ab 22. März: Café S.Presso dürfte öffnen - der Betreiber verzichtet

  • Alexander Spieß
    vonAlexander Spieß
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Der Betreiber Sia Hadifar könnte sein Café „S.Presso“ in der Altstadt ab dem 22. März wieder öffnen. Doch er lässt es bleiben. Die Öffnungsperspektive sei nicht durchdacht, sagt er.

Derzeit kursiert unter den Gastronomen der Stadt ein Schreiben. Es ist ein Brandbrief, eine Mischung aus Hilferuf und Abrechnung mit der Coronapolitik von Bund und Land. Aufgesetzt hat den Brief Sia Hadifar. Er betreibt das S.Presso an der Augustinessenstraße.

„Nicht durchdacht“ sei die Öffnungsperspektive für Gastronomen, meint Hadifar. Konkret dürfte er bei stabilem Infektionsgeschehen ab dem 22. März bei einer Inzidenz von unter 100 Gäste mit tagesaktuellem negativem Coronatest nach Terminvereinbarung unter freiem Himmel bewirten. Bei einem Inzidenzwert von unter 50 fielen die vorab nötige Buchung und die Vorlage eines negativen Coronatestes weg.

Will nicht öffnen: Siamak Hadifar.

Hadifar ist davon überzeugt, dass sich bei beiden Inzidenzszenarien eine Öffnung für ihn nicht lohne. Überhaupt verfügten nur eine Handvoll Restaurants und Cafés in Recklinghausen über derart viel Außenfläche, dass sich der Betrieb rechnen würde. Und bei schlechtem Wetter käme ohnehin niemand. Die Beschlüsse seien eine „Mogelpackung mit Scheinperspektive“. Er öffne lieber „ganz oder gar nicht“, sagt der Gastronom.

Hygienekonzept für Innengastronomie erforderlich

Eine Reservierungspflicht im Außenbereich halte er für realitätsfern. Die Erhebung der Daten der Gäste für eine Rückverfolgung sei hingegen kein Problem. Es brauche ein Hygienekonzept, das auch Innengastronomie erlaube. Er selbst habe bereits tausende Euros in Trennscheiben zwischen den Tischen investiert, sagt Hadifar.

Seit fünf Monaten ist das S.Presso geschlossen. Die Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben. Die Stadtverwaltung betont, dass für mögliche Öffnungen die kreisweite Inzidenz ausschlaggebend ist und nicht die städtische. Letztere lag am Freitag bei 35, die Kreisinzidenz bei mehr als 50. Hier geht es zu den aktuellen Zahlen. Einen ausführlicheren Bericht, in dem auch DEHOGA-Sprecher Uwe Suberg zu Wort kommt, lesen Sie in unserem ePaper.

Die Stadt bereitet sich auf die Öffnung von Museen, Büchereien und Tierpark vor. Sie sind nach Voranmeldung wieder für Besucher geöffnet. Der Tierpark braucht noch ein paar Tage länger. Zu Beginn des zweiten Lockdowns ist das Liefergeschäft der Gastronomen eingebrochen. Die Altstadt war schon am frühen Abend gespenstisch leer.

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