Karl-Heinz und Rita Zweiböhmer.
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Mehr als 15 Jahre lang war das Café Schäper das zweite Zuhause von Karl-Heinz und Rita Zweiböhmer.

Abschied von einer Institution

Café Schäper in Suderwich schließt nach 132 Jahren - eine Nachfolgerin ist bereits gefunden

  • Ralf Wiethaup
    vonRalf Wiethaup
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  • Alexander Spieß
    Alexander Spieß
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Das Café Schäper in Suderwich schließt nach mehr als einem Jahrhundert seine Pforten. Schuld ist nicht nur die Corona-Pandemie. Das Ehepaar Zweiböhmer blickt zurück.

Update, 27. Dezember: Mittlerweile steht fest: Eine Nachfolgenutzung für das traditionsreiche Ladenlokal ist gefunden. Im Januar werden zunächst die Handwerker anrücken. Ab März wird dann nein neues Bistro an der Schulstraße eröffnen. Betrieben wird das Bistro von Britta Ellinger, und diese ist in Suderwich bereits eine gute Bekannte. Gemeinsam mit ihrem Mann Enrico führt sie bereits seit geraumer Zeit gleich nebenan die Alte Dorfbrennerei am Alten Kirchplatz. Das neue Bistro soll die „alten“ Schäper-Gäste ebenso erreichen wie neue Kundschaft. Crepes, Eis und italienische Genüsse sind geplant. Gleiches gilt für einen Mittagstisch und Torten. Brot und Brötchen soll es hingegen nicht geben. Man wolle dem Bäcker Martin ein paar Häuser weiter keine Konkurrenz machen, hieß es.

Ursprünglicher Bericht vom 24. Dezember: Zum Jahresende werden Rita und Karl-Heinz Zweiböhmer das Café Schäper mit 120 Sitzplätzen schließen. Nach 15 Jahren wickeln die Eheleute ein Stück ihrer eigenen Geschichte und ein Stück Suderwicher Stadtteilhistorie ab und geben das Traditions-Café am Rande des Alten Kirchplatzes in Suderwich auf.

Die Gesundheit spiele nicht mehr mit, sagen die Zweiböhmers. Und dann ist da noch das Desaster mit dem Coronavirus, das Gastronomen wie sie mit am härtesten trifft. Ihren letzten Öffnungstag hatten sie vergangenen Sonntag. Viele Stammkunden, die im Laufe der Zeit zu Freunden geworden sind, waren noch einmal da. Sitzen durfte niemand. Nur abholen war erlaubt – oder etwas da lassen, zum Abschied. Es flossen Tränen. Und auch zwei Tage später sagt Rita Zweiböhmer noch: „Ich bin fix und fertig.“

Ehepaar aus Recklinghausen zieht die Notbremse

Gerade für viele der älteren Stammkunden aus Recklinghausen und Umgebung sei das Café Schäper wie ein zweites Zuhause gewesen. Doch der neuerliche Lockdown habe ihnen den Glauben an eine wirtschaftlich gute Zukunft mit ihrem Café geraubt, sagen die Betreiber. Nun ziehen Zweiböhmers die Notbremse. Dabei gerät einiges in Wallung, vor allem emotional.

15 Jahre Café-Betrieb in Suderwich

15 Jahre haben sie fast jeden Tag in ihrem Café gestanden. „Der letzte richtige Urlaub ist elf Jahre her“, sagt Karl-Heinz Zweiböhmer. Mit 15 Mitarbeitern haben die Eheleute im Jahr 2005 angefangen. Am Ende sind nur noch drei übrig. Doch wie alle anderen haben auch sie neue Jobs gefunden, sagt die Chefin. Das sei ihr besonders wichtig. Wie es in dem Ladenlokal weitergeht, wissen sie nicht. Etwaigen Nachfolgern wünschen sie viel Erfolg, sagt Rita Zweiböhmer. Einen ausführlicheren Bericht gibt‘s im E-Paper.

Neben dem Café Schäper ging es in dieser Woche einem weiteren Wahrzeichen Suderwichs an den Kragen: Die 140 Jahre alte Rosskastanie auf dem Alten Kirchplatz musste abgeholzt werden.

Auch die Filiale von Foto Hamer am Lohtor in der Recklinghäuser Innenstadt schließt zum Jahresende. Christian Hamer eröffnet an Ort und Stelle im nächsten Jahr ein modernes Fotostudio.

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