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Bürgermeister Christoph Tesche und Vorsitzender des Integrationsrats Sinan Özen äußern sich zum Anschlag in Hanau.

Anschlag mit elf Toten

Nach Attentat in Hanau: Gedenkgottesdienst in Stuckenbusch geplant

Der Bürgermeister und der Vorsitzende des Integrationsrats äußern sich zu Hanau. Das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage plant einen Gedenkgottesdienst.

  • Bürgermeister Christoph Tesche und Sinan Özen, Vorsitzender des Integrationsrats, trauern mit den Angehörigen der Opfer von Hanau
  • Sie fordern, sich nicht nur mit den Symptomen des Rassismus zu befassen, sondern ebenso mit dessen Ursachen
  • Bündnis für Toleranz und Zivilcourage plant Gedenkgottesdienst
  • Update, 21. Februar:

    Seit 20 Jahren setzt sich das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form von Ausgrenzung ein. Nun laden die Mitglieder und die Religionsgemeinschaften am Donnerstag, 27. Februar um 17 Uhr in die Kirche St. Franziskus, Friedrich-Ebert-Straße 231, zu einem Gedenkgottesdienst ein.

    Damit greift das Bündnis Anregungen der Bürger auf. "Von der Veranstaltung soll ein klares Signal ausgehen, dass in unserer Stadt kein Platz für Extremismus jeglicher Art ist“, sagte Bürgermeister Christoph Tesche, der Vorsitzender des Bündnisses und Koordinierungskreises für Toleranz und Zivilcourage ist

    Erstmeldung, 20. Februar:

    "Wir sind zutiefst schockiert und fassungslos über das Attentat in Hanau, bei dem aus offensichtlich rassistischen Motiven elf Menschen kaltblütig erschossen wurden. Wir sind entsetzt und sprachlos über diese neue Dimension des sich steigernden Hasses gegenüber Menschen aus unserer Gesellschaft und trauern mit den Angehörigen.

    Rassismus ist stärker geworden

    Wir warnen davor, den Täter lediglich als wirren Einzeltäter darzustellen, denn der Rassismus ist in unserer Gesellschaft leider zunehmend hoffähig geworden. Das ermutigt Menschen zu solchen Taten.

    Sinan Özen, Vorsitzender des Integrationsrats, spricht den Opfern sein Mitgefühl aus.

    Wir fordern dazu auf, sich nicht nur mit den schrecklichen Symptomen des Rassismus zu befassen, sondern mit dessen Ursachen. Es reicht nicht aus, sich nur mit Rechtsradikalen und immer raffinierter agierenden Brandstiftern zu beschäftigen, denn rechtsradikales und ausgrenzendes Gedankengut reichen leider längst wieder bis in die Mitte der Gesellschaft.

    Pauschalisierungen sind Nährboden für Entwicklungen

    Pauschalierende Diskussionen und Berichterstattungen über Muslime und Migranten sind unter anderem der Nährboden für diese Entwicklungen. Die Darstellungen von Migrant*innen als „Sozialschmarotzern“, Clankriminellen, Islamisten und Integrationsunwilligen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Berichterstattung. Neue populistische Diskussionen über eine ‚Deutsche Leitkultur‘ jenseits unserer Werte im Grundgesetz befördern dieses zusätzlich.

    Besinnung auf die Werte unseres Grundgesetzes

    Wir brauchen stattdessen eine breite gesellschaftliche Besinnung auf die Werte unseres Grundgesetzes. Wir müssen darüber sprechen, was das bedeutet, wenn es im Grundgesetz heißt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar." Hier sind vor allem die Medien und die Politik in der Verantwortung. Wir fordern diese auf, sich dieser Verantwortung in ihrer Berichterstattung und öffentlichen Meinungsäußerungen wesentlich stärker zu stellen.

    Bürgermeister Christoph Tesche trauert mit den Angehörige der Opfer des Anschlags in Hanau.

    In Recklinghausen engagiert sich der Koordinierungskreis für Toleranz und Zivilcourage bereits seit 20 Jahren gegen jegliche Form von Rassismus, Ausgrenzung und Antisemitismus. In diesen Bemühungen werden die dort zusammengeschlossen Akteure, zu denen unter anderem die Moscheegemeinden und die Jüdische Kultusgemeinde gehören, nicht nachlassen. 

    Friedensfest steigt Pfingstsamstag in Recklinghausen

    Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Exkursionen und Schulprojekten ist für 2020 bereits verabschiedet worden. Am Pfingstsamstag (30. Mai) findet unter anderem eine Neuauflage des Friedensfestes statt, mit dem die Stadtgesellschaft bereits 2018 ein deutliches Signal gesetzt hat. Die Stadt ist außerdem fest entschlossen, ihre stark ausgeprägte Gedenkkultur weiter intensiv zu pflegen und auszubauen.

    Bürgermeister und Vorsitzender sprechen Opfern ihr Mitgefühl aus

    In Gedanken sind wir bei den Opfern von Hanau. Unser Mitgefühl gilt allen Hinterbliebenen. Den Verletzten wünschen wir schnelle Genesung und den Familien und Freunden der Opfer viel Kraft, Zuversicht und Gottes Segen."

    Nach dem mutmaßlichen rechtsextremen Terror-Anschlag in Hanau geht eine Welle der Solidarität durch die Region. In Hanau ruft der Oberbürgermeister zu einer Mahnwache auf. Bundesweit soll es über 50 Kundgebungen geben.

    In Recklinghausen drückte sich am frühen Donnerstag ein Autofahrer vor einer Polizei-Kontrolle. Wenig später fand die Polizei den verunfallten Wagen.

    Als ein Postbank-Kunde vor einigen Tagen Geld am Automaten an der Martinistraße abheben wollte, bekam er einen Schreck: Mehrere Tausend Euro fehlten auf seiner SparCard.

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