Bistum Münster warnt

Corona: Aktion gegen Maskenpflicht geplant - Querdenker wollen Schüler direkt ansprechen: Protest oder Fake?

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Am 9. November gibt es eine Aktion der Initiative „Querdenken 711“. Die Corona-Skeptiker wollen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe zum Widerstand gegen die Maskenpflicht aufrufen. Das Bistum Münster warnt, das Ministerium informiert die Schulen.

Update 5.11., 19.35 Uhr: „Querdenken 711“ teilte mittlerweile mit, die angebliche Aktion sei nur ein Test gewesen - um die interne Kommunikation auf Lecks zu überprüfen. Das Ministerium blieb dennoch bei seiner Warnung. Die Initiative veröffentlichte ein Presse-Statement, in dem es heißt: „Wir werden immer wieder vor einer Unterwanderung gewarnt, der wir aktiv begegnen und mit Audits entgegenwirken.“

Die Initiative „Querdenken 711“ plant am Montag, 9. November, eine deutschlandweite Aktion gegen die Maskenpflicht wegen der Corona-Pandemie. Das Bistum Münster warnt schon jetzt vor den Protesten, die offenbar eine ganz bestimmte Bevölkerungsgruppe ansprechen sollen: Schülerinnen und Schüler, die morgens auf dem Weg in ihre Bildungseinrichtungen sind.

An rund 1000 Schulen soll die Aktion wohl stattfinden. Das Ministerium in Düsseldorf hat mittlerweile Informationen an die NRW-Schulen geschickt. Darin heißt es: „Insbesondere sollen Eltern, die Mitglied der Initiative sind oder dieser nahe stehen, Kinder und deren Angehörige auf dem Schulweg ansprechen und diesen unwirksame Masken mit einem Logo der Initiative und eine CO2-Messung unter den Masken der Kinder anbieten, um auf die angebliche Gefährlichkeit und Unwirksamkeit der Masken hinzuweisen.

Außerdem: „Aus den vorgenannten Gründen kann Schülerinnen und Schülern die Teilnahme an derartigen Aktionen nicht durch Beurlaubung vom Unterricht ermöglicht werden. Die Schule respektiert im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unterschiedliche Auffassungen auch von Schülerinnen und Schülern. Dies beinhaltet jedoch nicht Handlungen, die zu Rechtsverstößen, Gesundheitsgefährdungen oder Gefährdungen des Schulfriedens führen.“

Ganz abgesehen davon, dass der kommende Montag durch den Fall der Mauer vor genau 31 Jahren und die Novemberpogrome vor genau 82 Jahren ein besonders symbolträchtiges Datum darstellt, finden die Kirchenvertreter die Pläne der Querdenker skandalös. Daher informiert das Bistum Münster als Schulträger vorab seine Schulen. Auch das NRW-Schulminsterium ist diesbezüglich sensibilisiert und hat einen Rundbrief an seine Bildungseinrichtungen auf seiner Homepage veröffentlicht.

Bistum Münster warnt: Von Corona-Skeptikern nicht in Gespräche verwickeln lassen

Die Schulleitungen sollten die Kinder und Jugendlichen schon vorab aufklären und auch deren Eltern warnend auf das Vorhaben der Initiative hinweisen, empfiehlt das Bistum dringend. „Auf diese Weise soll erreicht werden, dass die Schülerinnen und Schüler sich auf dem Schulweg nicht in Gespräche mit Vertretern oder Unterstützern der Initiative verwickeln lassen“, erklärte der Leiter der bischöflichen Schulabteilung, Dr. William Middendorf, in Münster

Maskenverweigerer auch bei Querdenker-Demo in Recklinghausen

Denn eines sei klar: Die Schulpflichtigen müssten sich - genauso wie das Lehrpersonal - immer an geltende Rechtsnormen wie aktuell die Pflicht zum Tragen eine geeignete Mund-Nase-Bedeckung in der Schule halten. Ansonsten könnten sie ihre eigene Gesundheit sowie die anderer gefährden.

Auch in Recklinghausen haben die Corona-Querdenker vor kurzem demonstriert. Am 31. Oktober zogen rund 130 Personen mit Transparenten vom Rathaus aus durch die Innenstadt. Auch bei dieser Protestaktion trugen nicht alle Teilnehmer Masken. Einige verwiesen auf angebliche ärztliche Atteste. Bis auf verbale Scharmützel und kleine Rangeleien blieb die Demonstration allerdings friedlich.

Rubriklistenbild: © Joachim Schmidt

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