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Auch in der „Eyüp Sultan Camii Moschee“ an der Bochumer Straße darf der Muezzinruf erklingen.

Ruf als Solidaritätsbekundung

Debatte um Muezzinruf verschärft sich - AfD argumentiert ähnlich der UBP

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Die Kritik am Muezzinruf hält noch immer an. Nun mischt sich neben Bürgermeister Christoph Tesche auch die AfD ein.

  • Bürgermeister Christoph Tesche hat kein Verständnis für Kritik am Muezzinruf
  • Anwohner sammelt Unterschriften gegen den Muezzinruf
  • AfD fordert, die Erteilung der Genehmigung zurückzunehmen

Die kürzlich aufgekommene Diskussion rund um den Ruf des Muezzin, der seit vergangenem Freitag an drei Wochentagen aus den Moscheen in Recklinghausen als Solidaritätsbekundung erklingen darf, verschärft sich.

Bürgermeister Christoph Tesche (CDU) hat kein Verständnis für die Kritik. Zumal sich die Erlaubnis für den Ruf auf die Zeit, in der das Versammlungsverbot Gottesdienste und Gebete verbietet, beschränke. Darüber hinaus hält er die Lautstärke für zumutbar. Sie bewege sich „natürlich in den Grenzen der gesetzlichen Vorschriften“. 

Bürgermeister warnt vor Spaltung in Recklinghausen

Nach Ansicht des Stadtoberhaupts sei es nötiger denn je, die Kräfte der Stadtgesellschaft zu einen. Die Lage sei zu ernst, „als dass wir deren Spaltung akzeptieren oder kommentarlos hinnehmen könnten“. Ebenso die Pfarrer verteidigen den Muezzinruf.

Ein Anwohner sammelt derweil Unterschriften gegen den Ruf des Muezzins rund um die Tannenstraße. Er möchte sie in Kürze Verantwortlichen bei der Stadt überreichen. 

AfD fordert, Genehmigung zurückzunehmen

Die Unabhängige Bürger-Partei (UBP) hatte die Moscheevereine aufgefordert, eine neutrale Form für ihr Solidaritätsbekunden zu finden, das die religiösen Gefühle Andersgläubiger nicht berühre. Ähnlich argumentiert die AfD. Sie bittet Tesche „nachdrücklich darum, die vorschnell erteilte Genehmigung umgehend zurückzunehmen“. Der Bürgermeister solle mit den Muslimen nach alternativen Möglichkeiten suchen. 

CDU-Chefin hält Diskussion für nicht zeitgemäß

CDU-Fraktionschefin Marina Hajjar hält die Debatte für überflüssig und nicht mehr zeitgemäß. Alle Recklinghäuser Muslime und Juden hätten mehr als einmal bewiesen, dass sie das Gleiche wollen wie die Christen: Frieden und Zusammenhalt. Da sei der Ausruf des Muezzin kein Widerspruch. 

SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Cerny hält die Kritik am Muezzinruf ebenso für unangemessen. Alle drei großen Religionen beriefen sich auf einen Gottvater. Er hat kein Verständnis für die Kritik der Anwohner. Die Gemeinden hätten diese mittels Flugblättern informiert.

Ein Internat der muslimischen Gemeinde soll in Gladbeck entstehen. Die Pläne hierfür wurden kürzlich vorgestellt.

Vorbehalte gegen den Islam sind hartnäckig und weit verbreitet. Vor allem dort, wo fast keine Muslime leben. Auf Dauer könnte das die Demokratie gefährden, warnt eine Studie.

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