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Diesen neuerlichen Ärger hat Marvin Simon zweifelsfrei nicht gebraucht. 

Steuerforderungen

Namensdoppelgänger bringt neuen Ärger für Recklinghäuser 

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Es ist ein unglaublicher Zufall, der dem Suderwicher Marvin Simon das Leben schwer macht. Immer wieder hat er Ärger mit unberechtigten Forderungen. Und damit steht er nicht alleine da.

  • Suderwicher erhält immer wieder unberechtigte Forderungen
  • Verursacht hat sie vermutlich ein Namensdoppelgänger
  • Dattelnerin teilt ein ganz ähnliches Schicksal.


Update, 13. Mai, 15 Uhr: Die unglaubliche Geschichte des Suderwichers Marvin Simon um seinen Namensdoppelgänger nimmt kein Ende. Nun hat sich auch noch das Finanzamt bei dem leidgeprüften Recklinghäuser gemeldet. 

Eigentlich wollte der nur seinen Lohnsteuerjahresausgleich einreichen. Doch die Antwort des Finanzamts hatte es in sich: 1000 Euro sollte er zahlen, inklusive einer Verzugsrate von 200 Euro. Und erneut steckt sein Namensdoppelgänger aus Erkelenz dahinter, der auch noch am selben Tag geboren ist. Denn auch auf dessen Einkommen sollte der Suderwicher Steuern zahlen. 

Verwechslung trotz Steuer-ID

„Die hatten einfach beides zusammengerechnet“, erklärt Vater Ralf Simon. Besonders verwunderlich: Eigentlich hat jeder Steuerzahler seine eigene Identifikationsnummer, was Verwechslungen eigentlich ausschließen müsste. Warum es offenbar dennoch zur Verwechslung kam, konnte auch das Finanzamt auf Nachfrage nicht beantworten. 

Nun haben Marvin Simon Einspruch eingelegt. Um die ewige Verwechslungs-Posse endlich zu beenden, hat ein Bekannter ihm zu einem geraten, sich einen zweiten und unverwechselbaren Vornamen zuzulegen.

Update, 17. April, 15.32 Uhr: Marvin Simon aus Recklinghausen ist offenbar nicht der Einzige, bei dem ein Namensdoppelgänger mächtig Ärger macht. Yvonne Rohde aus Datteln hat unsere Berichterstattung verfolgt, sie ist in ganz ähnlicher Weise betroffen: "Auch ich habe seit über zehn Jahren immer wieder Probleme mit einer Namensdoppelgängerin, hatte sogar schon einmal den Gerichtsvollzieher vor meiner Tür stehen." Die Namensdoppelgängerin soll zufälligerweise auch am Niederrhein wohnen, nämlich in Mönchengladbach. 

Frau aus Datteln wird der Handy-Vertrag verwehrt

Yvonne Rohde: "Ich wollte vor Kurzem einen neuen Handy-Vertrag abschließen, doch zu meiner großen Überraschung wurde dieser abgelehnt." Um festzustellen, was dahintersteckt, meldete sie sich beim Portal der Schufa Holding AG an, hinter der sich  eine privatwirtschaftliche Wirtschaftsauskunftei verbirgt. "Da steht doch wirklich eine Forderung der Telefonica in Höhe von 1330 Euro. Damit habe ich definitiv nichts zu tun." Nach Rückfrage bei einem Inkassounternehmen stellte sich heraus, dass dahinter wohl Ivonne Nicole Rohde aus Mönchengladbach steckt. "Und mein korrekter Name lautet Yvonne Monique Rohde", so die 38-Jährige aus Datteln. 

Beide Frauen haben haben das gleiche Geburtsdatum

Fatal: Beide Frauen kamen am 16. November 1982 zur Welt. Und so musste Frau Rhode aus Datteln schon in der Vergangenheit kompliziert nachweisen, dass sie nicht die Frau Rhode aus Mönchengladbach ist. Obwohl sie dem Inkassounternehmen eine E-Mail mit der Kopie des Melderegisters geschickt hat, haben sich weder das Inkassounternehmen noch die Schufa gerührt. Stattdessen erhielt sie eine weitere Zahlungsaufforderung über die 1330 Euro.  

Unsere bisherige Berichterstattung: Saftige Telefonrechnungen und Strafen fürs Schwarzfahren - immer wieder wird der Suderwicher Marvin Simon mit heftigen Geldforderungen konfrontiert. Doch verursacht hat er sie nicht.

Es ist ein unglaublicher Zufall, der dem 26-Jährige den ständigen Ärger einbringt. Denn verantwortlich dafür ist mutmaßlich ein Namens-Doppelgänger vom Niederrhein, der auch noch am gleichen Tag geboren wurde. Der gilt allerdings als unbekannt verzogen.

Mehrfache Forderungen wegen Schwarzfahrens

Schon im 2019 wurde der Recklinghäuser Marvin Simon gleich mehrfach mit Forderungen eines Inkasso-Unternehmens konfrontiert, weil er angeblich mindestens zweimal im Raum Erkelenz beim Schwarzfahren in der Bahn erwischt worden sei. Der Suderwicher jedoch kann sich nicht mehr daran erinnern, wann er überhaupt zuletzt in einem Zug gesessen hat.

Nach etlichen Telefonaten, viel Papierkrieg und einer Anzeige bei der Polizei schien die Sache erledigt. Die Bahn entschuldigte sich und zog die Forderung zurück. 

Vater will Anwalt einschalten

Doch nun gibt es neuen Ärger: Wieder meldete sich ein Inkasso-Unternehmen bei dem Mann aus Recklinghausen. Er soll im Nahverkehr in Mönchengladbach schwarzgefahren sein. Außerdem meldete die Firma Vodafone eine Forderung im vierstelligen Bereich an. 

Erneut erstattete der Suderwicher Anzeige. Nun erwägt sein Vater Ralf Simon auch den gang zum Anwalt. Er fürchtet einen Schufa-Eintrag, "der einem im weiteren Leben noch Unannehmlichkeiten bereitet." 

Jede Menge Aufregung gab es auch für die Familie eines vierjährigen Mädchens, dem der Kita-Platz gekündigt wurde.

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