(Symbolbild) picture alliance/Tim Oelbermann/dpa
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Nach mehreren Raubüberfällen auf Geldboten steht ein Trio nun vor Gericht.

„Rewe-Trio“ vor Gericht

Drei Raubüberfälle auf Geldboten - V-Mann kommt mutmaßlichen Tätern auf die Spur

  • Werner von Braunschweig
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Ein angeklagtes „Rewe-Trio“ schweigt zum Prozessauftakt vor Gericht zu den Vorwürfen. Sie sollen Geldboten ausgeraubt und die Beute einkassiert haben.

Drei mutmaßliche „Rewe-Räuber“ stehen nach Raubüberfällen auf Geldboten von Supermarkt-Tageseinnahmen vor dem Bochumer Landgericht. Ein Angeklagter (30) aus Recklinghausen soll seine Komplizen (28/54) als damaliger Rewe-Angestellter mit wertvollem Insiderwissen versorgt haben.

In Gelsenkirchen soll die Bande am 28. Oktober 2019 die erste von drei Taten verübt haben. Zwei Geldboten sollen von zwei der Angeklagten abgefangen, bedroht und ausgeraubt worden sein. Es ging um Rewe-Einnahmen im Wert von 40.000 Euro. Bei einem zweiten Überfall in Herten soll der Ex-Rewe-Verkäufer aus Recklinghausen einen Überfall vorgetäuscht haben. Gemeinsam mit einem echten Geldboten soll der 30-Jährige die Einnahmen (30.000 Euro) zur Bank gebracht haben, als seine Komplizen den Geldboten attackiert haben sollen.

Geldbote wird mit Pfefferspray besprüht

Der dramatischste Coup soll der dritte Überfall gewesen sein. Abermals in Gelsenkirchen soll ein Geldbote am 18. November 2019 von zwei Angeklagten diesmal sogar mit Pfefferspray besprüht worden sein. Beute laut Anklage hier: 20.000 Euro. Auf die Spur der Täter waren die Ermittler durch einen V-Mann gekommen. Dieser hatte offenbar mitgekriegt, dass der nun angeklagte Ex-Rewe-Mitarbeiter in Herten einen Überfall geschauspielert habe, in Wirklichkeit Tippgeber gewesen sei. Daraufhin wurde dessen Telefon „angezapft“.

Festnahme erfolgt kurz vor viertem geplanten Raubüberfall

Die Festnahme des Trios erfolgte laut Anklage kurz vor der Ausführung eines vierten Coups in Düren. Bei einem für den 2. Mai geplanten Raubzug soll das Trio darauf spekuliert haben, dass die Leute wegen der Corona-Beschränkungen gezwungen seien, den „Tanz in den Mai“ zu Hause zu feiern und daher bei dem dortigen Rewe-Markt mit einem erhöhten Einkauf an Spirituosen (und damit mit höheren Einnahmen) zu rechnen sei. Zum Prozessauftakt wollte sich keiner der Angeklagten äußern. Die Urteile werden frühestens am 24. November gesprochen.

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