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Benjamin und Evgenija Stuhlberg freuen sich nach langer Pause auf die Kita-Öffnung.

Eingeschränkter Regelbetrieb

Mit der Kita-Öffnung enden 12 Wochen Leidenszeit 

  • Falko Bastos
    vonFalko Bastos
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Die Corona-Zwangspause habe für Stress und familiäre Spannungen gesorgt, so die Recklinghäuser Mutter Evgenija Stuhlberg. In den Kitas rechnet man mit verunsicherten Kindern.

Nach zwölf Wochen Schließung dürfen ab dem heutigen Montag alle Kinder wieder täglich in die Kita und ihre gleichaltrigen Freunde wiedersehen. Entsprechend groß ist die Vorfreude bei Evgenija Stuhlberg und ihrem Sohn Benjamin. „Es war eine stressige Zeit für uns alle“, sagt die 35-Jährige Mutter aus Recklinghausen

Stress bedeutete auch die Planung der Kita-Öffnung für Verbundleiterin Barbara Müllender, die vier Kitas in der Gemeinde St. Peter leitet. Denn die Vorbereitungen mussten im laufenden Betrieb erfolgen, parallel zur Notbetreuung und der Ende Mai gestarteten Betreuung für Vorschulkinder. „Man plant immer nur von jetzt auf gleich und versucht dabei, das Richtige zu tun“, so Müllender. 

"Da gab es Streit und Aggressionen"

Das könnte auch Evgenija Stuhlberg sagen. Denn ständig musste sie in den letzten drei Monaten zwischen ihrem Job als Arzthelferin und der Betreuung ihrer beiden Kinder Benjamin (4) und Maximilian (8) hin- und herjonglieren. „Am Schwierigsten war das Organisatorische“, sagt sie. 

Nicht selten galt es, kurzfristig eine Betreuung zu besorgen, um eine Stunde zu überbrücken. Andere Mütter aus dem Bekanntenkreis habe es härter getroffen. „Für diejenigen, die ihre Kinder im Homeoffice betreuen mussten, war es die Hölle“, so Stuhlberg. Auch zu familiären Spannungen führte die lange Isolation der Kinder. „Nach drei bis vier Wochen war die Luft raus. Da gab es Streit und Aggressionen.“ Besonders der jüngere Benjamin habe seine gleichaltrigen Freunde vermisst. 

Kinder müssen neu eingewöhnt werden

„Die Kita ist nicht zu ersetzen“, sagt Barbara Müllender. „Nach diesem langen Zeitraum wird es Irritationen bei den Kindern geben“, ist sie sicher. Die Kinder müssten wieder neu eingewöhnt werden. „Da müssen wir uns den Kindern auch nähern, sie trösten, auf den Arm nehmen.“ Abstand zu halten ist im Kita-Alltag ohnehin kaum möglich. Strikte Trennung der Gruppen und Hygiene stehen stattdessen im Fokus. 

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