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Bereits im Februar hat der Schlachthof in Recklinghausen seine Hygienemaßnahmen verschärft - mit Erfolg. Bislang hat sich keiner der Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert.

Mehr als 200 Mitarbeiter getestet

Darum hat sich am Schlachthof in Recklinghausen niemand mit dem Coronavirus angesteckt

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Kein einziger Mitarbeiter des Schlachthofs in Recklinghausen hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Wir erklären, wie die Verantwortlichen dies verhindern konnten.

  • Verantwortliche des Schlachthofs am Bruchweg können aufatmen
  • Von den 203 Mitarbeitern ist keiner positiv auf das Coronavirus getestet worden
  • Betreiber versichern, dass Hygienevorschriften eingehalten werden

Nachdem sich die Corona-Infektionen bei Westfleisch in Coesfeld gehäuft haben, sind auch am Schlachthof Keinhörster am Bruchweg in Recklinghausen vergangenen Dienstag und Mittwoch alle 203 Mitarbeiter getestet worden. 

Das Ergebnis der Tests lag am Mittwoch, 20. Mai, vor. Die Verantwortlichen können durchatmen: Denn bei keinem einzigen Mitarbeiter war das Ergebnis positiv. In dem Betrieb hat sich demnach niemand mit dem Coronavirus angesteckt.

Bei acht noch offenen Tests handelt es sich um Langzeiterkrankte

Acht Ergebnisse sind noch offen, teilte der Kreis lapidar mit. Allerdings handelt es sich dabei um acht Langzeiterkrankte. Selbst wenn diese positiv getestet werden sollten, so hätten sie keinen der Kollegen infizieren können. 

Auch Juniorchef Daniel Keinhörster nahm das Testergebnis hocherfreut zur Kenntnis: „Das bestätigt uns natürlich in gewisser Weise. Wir leben unser Pandemiekonzept eigentlich bereits seit Februar.“

Seit den 50er-Jahren arbeiten Menschen aus Osteuropa am Schlachthof in Recklinghausen

Seit den 50er-Jahren arbeiten auch im Recklinghäuser Schlachthof, der als Familienbetrieb geführt wird, Menschen aus dem osteuropäischen Raum. „Aber das ist bei uns ganz anders organisiert“, erläutert Kirsten Bünger: „Die meisten Arbeitnehmer aus Osteuropa sind langfristig hier ansässig und leben mit ihren Familien in ganz normalen Wohnungen.“ 

Sie hat auch von den Verhältnissen bei Westfleisch selbst und den Wohnbedingungen etwa an der Straße Am Grünen Platz gelesen, doch sie erklärt unumwunden: „Das gibt es bei uns nicht."

Betrieb hat Vier-Zimmer-Wohnungen

Auch der Betrieb hätte zwei Werkswohnungen, in denen zum Beispiel Arbeitnehmer untergebracht werden, die zunächst probeweise im Betrieb tätig sind. Dabei handele es sich aber um Vier-Zimmer-Wohnungen, in denen dann vier Leute wohnen.

Zudem würden die Verantwortlichen dort einmal wöchentlich die Verhältnisse anschauen. Ansonsten würden im täglichen Arbeitsablauf natürlich die gängigen Hygiene- und Abstandsregelungen gelten. Im Betrieb sei eine strikte Zweiteilung in die Bereiche Schlacht und Zerlegung organisiert. 

Beschäftige werden - wenn möglich - strikt getrennt

Die Beschäftigten der beiden Bereiche treffen gar nicht zusammen. Und wo Mitarbeiter enger zusammenkommen müssen, werden sie mit dichteren Mundschutzen ausgerüstet“, erklärt Kirsten Brünger. Außerdem werden sogar die Pausen in „Schichten“ organisiert, und der Pausenraum werde ständig desinfiziert.

Was Geschäftsführer Daniel Keinhörster von den im kommenden Jahr verbotenen Werksverträgen hält, lesen Sie in einem ausführlicheren Bericht in unserem E-Paper.

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