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Kostspielige Angelegenheit: Die Friedhofsgebühren sind in Recklinghausen im Vergleich zu anderen NRW-Städten hoch.

Kritik vom Bund der Steuerzahler

Friedhofsgebühren sind in Recklinghausen auffallend hoch - das sagt die Stadt dazu

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Bei einem Vergleich der Friedhofsgebühren in 57 Städten in NRW schneidet Recklinghausen schlecht ab. In kaum einer Stadt ist es teurer. Es gibt Kritik vom Bund der Steuerzahler.

  • Die höchsten Gebühren in zahlreichen Kategorien.
  • Weitere Erhöhung wurde bereits im November beschlossen.
  • Stadt will Kosten durch Grundstücksverkäufe senken.

Die Stadt Recklinghausen betreibt acht Friedhöfe: Bergfriedhof, Friedhof an der Halterner Straße, Friedhof Suderwich, Ostfriedhof, Nordfriedhof, Südfriedhof, Waldfriedhof und Zentralfriedhof Hillerheide. Es ist der Wunsch der Politik, dass alle Stadtteilfriedhöfe erhalten bleiben. Gleichzeitig sollen die Gebühren konstant bleiben. Die sind allerdings schon jetzt hoch.

Sargwahlgrab kostet in Recklinghausen 3309 Euro

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat die Zahlen von 57 NRW-Städten mit mehr als 60.000 Einwohnern verglichen. So weist Recklinghausen in zahlreichen bewerteten Kategorien die höchsten Gebühren der untersuchten Städte aus: mit beispielsweise 3309 Euro für die Nutzung eines Sargwahlgrabs. Teurer ist es nur in Kerpen mit 3868, in Gladbeck mit 3407 und in Velbert mit 3370 Euro. Der Durchschnitt beträgt 2179 Euro. Am günstigsten ist ein solches Grab in Lüdenscheid mit 924 Euro. Auch bei den Gebühren für die Nutzung der Trauerhalle liegt Recklinghausen weit im oberen Drittel. 330 Euro werden dafür erhoben, Aachen dagegen führt der BdSt mit 70 Euro. Der Schnitt liegt bei 235 Euro. Bei den Kosten für ein Urnenreihengrab wird Recklinghausen nur von Witten übertroffen: 1530 Euro dort, hier 1363 Euro.

Nutzungsrechte in Recklinghausen belaufen sich auf 25 Jahre

Rathaussprecher Hermann Böckmann wirft den Machern der Vergleichsstudie vor, sie verglichen Äpfel mit Birnen.  Die Fokussierung auf die Sargwahlgräber sei nicht zielführend, da diese Bestattungsform, nur noch selten gewählt werde. Hinzu komme, dass der BdSt aus Gründen der Vergleichbarkeit offenbar die Nutzungsrechte auf 30 Jahre hochgerechnet hat, obwohl in Recklinghausen 25 Jahre „gebucht“ werden. Rathaussprecher Böckmann kritisiert darüber hinaus, dass der Steuerzahlerbund es versäumt habe zu hinterfragen, was hinter den Gebühren im Detail steckt. In Recklinghausen werde beispielsweise eine „All-inklusive-Gebühr“ erhoben. So seien Grunddeko der Trauerhalle, Orgel und Grabmatten enthalten, in anderen Städten würden diese Dienstleistungen zusätzlich berechnet. Gebührenreferent Harald Schledorn (BdSt) hält dagegen: „Mit dem Argument kommen die Verlierer immer um die Ecke. Für mich ist es nichts Neues, dass da die Nerven blank liegen.“

Sanierung der Toiletten schlägt sich bei den Gebühren nieder

Recklinghausen hätte bei der Bewertung sogar noch schlechter abgeschnitten, wenn die im November beschlossene Gebührenerhöhung eingerechnet worden wäre. Es sei jedoch der Stand von Oktober zugrunde gelegt worden. Böckmann verweist bei der Höhe der Gebühren auch darauf, dass die Stadt die Sanitäranlagen auf den Friedhöfen saniert habe. Da es sich bei der Friedhofsgebühr um eine sogenannte Äquivalentgebühr handelt, würden diese Kosten komplett auf die Gebühren umgelegt. Es gebe aber auch Bestrebungen, die Kosten zu senken, beispielsweise durch die Aufgabe der Trauerhalle in Hochlar. Am Friedhof in Suderwich werden Teile der Parkplatzfläche als Wohnbaugrundstücke vermarktet, das Büro- und Verwaltungsgebäude wird verkauft. Auch auf dem Zentralfriedhof sollen Gebäude vermarktet werden. Und im Bereich des Nordfriedhofs soll aus Randflächen, die nicht für Bestattungen genutzt wurden, Bauland werden. 

Erst vor Kurzem hatte die Stadt angekündigt, sich um vernachlässigte Ehrengräber auf dem Lohtorfriedhof zu kümmern. In Datteln gibt es aktuell Ärger um die Kosten für das Stadtbad.

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