Lothar Winkelmann, Kai-Uwe Dörnhoff und Manfred Impekoven
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Nach dem Lockdown wollen Lothar Winkelmann, Kai-Uwe Dörnhoff und Manfred Impekoven hier wieder aktiv werden.

200 Mitglieder

Hochlarer Verein verweilt an 90-jährigem Bestehen im Ganzjahres-Lockdown

  • Tina Brambrink
    vonTina Brambrink
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Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Hochlar (VVH) engagiert sich für Tradition und Brauchtum in der Stadt. Zum 90-jährigen Bestehen befindet er sich allerdings im Ganzesjahres-Lockdown.

Lothar Winkelmann, Kai-Uwe Dörnhoff und Manfred Impekoven sind seit Jahren im 17-köpfigen Vorstand des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Hochlar (VVH) aktiv und kümmern sich in der Stadt um die Pflege von Tradition und Brauchtum. Wie immer war der Terminkalender für die rund 200 Mitglieder auch in diesem Jahr gut gefüllt.

Jahresprogramm ist ausgefallen

Maigang, Sing- und Grillabende, Schnatgänge und nicht zu vergessen das traditionsreiche lebendige Krippenspiel an der Remise, dem Vereinssitz an der Unterstraße, standen auf dem Programm. Stattgefunden hat außer einem Werkeltag und der großen Ortsreinigung jedoch diesmal nichts.

Seit Anfang März hat das Coronavirus das Vereinsleben auf Null gesetzt, just zum 90-jährigen Bestehen „haben wir leider einen Ganzjahres-Lockdown“, sagt der VVH-Vorsitzende Lothar Winkelmann. Aus Verantwortung und Rücksicht habe man „schweren Herzens“ entschieden, in der Corona-Pandemie auf jedes Vereinstreffen zu verzichten.

Große Feier zum 100. Jubiläum geplant

Groß gefeiert werden sollte ohnehin erst zum runden 100. Jubiläum in zehn Jahren. Bitter ist die Zwangspause zum jetzigen Zeitpunkt aber auch, „weil wir gerade gut auf dem Weg waren, uns zu verjüngen“, erzählt Schatzmeister Kai-Uwe Dörnhoff. Und das sei bei einem aktuellen Mitglieds-Durchschnittsalter von rund 70 Jahren auch unbedingt nötig. Einen ausführlicheren Bericht lesen Sie in unserem E-Paper.

Gedicht über das alte Hochlartal

Josef Schäfers, langjähriger Vorsitzender beim VV Hochlar, hat in seinen Unterlagen ein Gedicht über das alte Hochlartal gefunden. Der unbekannte Verfasser muss es beim Bau der A 43 in den 70er-Jahren geschrieben haben. Josef Schäfers hat den Abschluss der Arbeiten zum sechsspurigen Ausbau der Autobahn zum Anlass genommen, vier weitere Strophen zu ergänzen:

Wo ist das Tal, das uns’re Ahnen einst bewohnten,/die es vor Industrie und Umweltschutz verschonten?/ Wo sie mit vielem Fleiß und großer Müh/Früchte sammelten für die Menschen und das Vieh./Wo morgens in der Früh die Lerche sang/ und aus dem nahen Dorf des Kirchleins Glocke klang./Wo in dem nahen Wald des Jägers Büchse knallte/ und unten aus dem Tale das Echo widerhallte./Wo oben auf der Au/ und in dem gelben Flachs/ noch ruhig schlief der Dachs./ Wo in dem frischen Klee/ sich tummelten die Reh/ und in dem grünen Gras spazieren ging der Has‘./ Wo an des Tales Hang/ versteckt das Veilchen stand/ und an des Hofes Saum/ stand stolz der Eichenbaum./ Wo morgens in der Früh der Han schrie Kikeriki/ und weckte in dem Hause die Menschen und das Vieh./ Wo unten in der Wiese sprudelte frisch der Spring,/ wo ich so manche Stunde gespielt als kleines Kind./ Wo man noch sprach das alte westfälische Platt,/ das war meiner Ahnen Heimat, das war das Uhlengatt (Eulenhorst)! O könnt ich doch noch einmal dieses Fleckchen Erde seh‘n,/das alte Haus der Ahnen, das Tal und auch die Höhn,/ könnt ich noch einmal atmen die schöne reine Luft/ und einmal noch genießen der Wiesenblumen Duft!/ Das alles ist gewesen, das alles war einmal./ Nie wird ich dich vergessen, dich schönes Hochlartal! Nun sind bebaut die Wiesen,/ durch Äcker Straßen zieh’n/ und auf des Waldeshöhen/ heut viele Häuser steh’n./ Wo einst der Mühlenbach rauschte,/rauscht heut die Autobahn. Was ist aus dir geworden, aus dir, mein Hochlartal. (bis hierhin Verfasser unbekannt)

Fortgeführtes Gedicht von Josef Schäfers:

Ein kleiner Hügel ist geblieben,/ man kann dort in die Weite sehen./ Die Menschen freuen sich und lieben/ den Ort, wo frischer Wind und laue Lüfte/ tagtäglich um die Nasen wehen. Auch schrieb man hier im Tal Geschichte:/ es ist schon viele Jahre her (1345),/ die Schlacht an der Marpe im hellen Lichte,/ die lieferte sich ein ganzes Heer. Drum darf der Hügel sich nicht ändern,/ hier dürfen keine Häuser steh’n./ Zig Blumen blüh’n und an den Rändern/ kann jedermann spazierengeh’n. Dann kann der Kuckuck weiter rufen,/ die Fledermaus bleibt hier zuhaus,/ weil Menschen eine Heimat schufen/ für viele Tiere bis zur Maus. Was ist aus dir geworden, aus dir, mein Hochlartal. (Josef Schäfers)

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