Beim Brötchenholen mitgenommen

Nach Diebstahl: Hund „Krümel“ ist wieder zurück - das ist die ganze Geschichte

  • Alina Meyer
    vonAlina Meyer
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Für Petra und Alfons Hönes brachten die Ostertage ein Happy End mit sich. Der Rumänische Mischlingshund „Krümel“, den sie seit zwei Jahren als Pflegehund betreuen, ist wieder da.

Update, 5. April: Neben den Pflegern Petra und Alfons Hönes war Hundetrainer Thomas Strunk derjenige, der bei dem Diebstahl von Mischlingshund „Krümel“ maßgeblich die Fäden in der Hand hatte. „Krümel hat damals drei Jahre bei mir gelebt. Daher hatte ich eine persönliche Beziehung zu ihm.“ Der Recklinghäuser hat so einiges in Bewegung gesetzt, um den Hund wieder sicher zu seinen Besitzern zu bringen.

Ein gutes Ende genommen hat die Geschichte an Karfreitag, 2. April. Ein Frau aus Suderwich meldete sich bei Hundetrainer Thomas Strunk. Zu dem Zeitpunkt war Krümel schon neun Tage verschwunden. „Sie erzählte, dass sie sich ganz sicher sei, den Hund in dem Park rund um die Bauspielfarm gesehen zu haben. Weil die Beschreibung des Hunds und der Leine passte und in dem Park auch seine Steuermarke gefunden wurde, glaubte ich ihr. Mein Verstand sagte mir, dass das keine Zufälle sein könnten“, so Thomas Strunk.

Suderwicherin folgte vermeintlichem Dieb

„Die Frau hat den Besitzer angesprochen, doch er habe nicht reagiert“, erzählt der Hundetrainer weiter. Überhaupt habe der Hund nicht zum Halter gepasst, habe die Dame ihm erzählt. So forsch wie sie war, habe sie versucht, ihm die Leine aus der Hand zu reißen. Als das nicht gelang, sei sie ihm mit größerem Abstand bis zur Schulstraße/Ecke Im Paßkamp gefolgt.“ Dann habe sie die Polizei und Thomas Strunk informiert, die sich sofort auf den Weg machten. Sie sei im Anschluss gefahren.

Die Polizei wurde informiert, die Beamten rückten an. Allerdings hätten diese vor Ort nicht handeln und etwa die Wohnungstür gewaltsam öffnen dürfen. Es habe das „Okay“ von der Staatsanwaltschaft und ein Zeuge gefehlt, der gesehen hat, dass der gestohlene Hund das Haus tatsächlich betreten hatte. Der vermeintliche Dieb habe die Wohnung nicht geöffnet.

„Zu der Zeit haben sich um die 15 Leute vor dem Haus versammelt, alle selbstverständlich mit Maske und Abstand. Thomas Strunk habe sämtliche Nachbarn im Umkreis mit Flyern über das Verschwinden des Hunds informiert. Die Emotionen seien vor Ort hochgekocht. Die Polizei rückte wieder ab. Die Anwohner blieben. „Wir waren so nah dran“, sagt Thomas Strunk. „Wir wollten nicht aufgeben.“

Beschreibung der Hinweisgeberin passte

Ein Nachbar habe die Sache schließlich vorantreiben können. Er bestätigte, dass er kürzlich gesehen habe, wie der Hund das Haus betreten habe. Nach einiger Zeit an diesem Karfreitag sei schließlich auch der vermeintliche Dieb an dem Mehrfamilienhaus aufgetaucht. „Die Beschreibung der Suderwicherin hat genau gepasst: ein Mann, 20 bis 25 Jahre alt, mit Kapuzenpulli. Erneut wurde die Polizei informiert. Thomas Strunk behielt den vermeintlichen Dieb im Auge, bis die Beamten ein weiteres Mal eintrafen.

„Auf Druck der Polizisten und mithilfe eines Nachbars, der die Worte des vermeintlichen Diebs übersetzte, öffnete der junge Mann schließlich seine Wohnungstür. Ein Polizist ging hinein und kam mit Krümel auf einer Decke wieder heraus. Sie können sich nicht vorstellen, wie überglücklich wir und die Hönes‘ waren“, bringt Thomas Strunk den Vorfall zu Ende.

Großer Dank für enorme Hilfsbereitschaft

Alfons und Petra Hönes sowie Thomas Strunk möchten sich bei allen Beteiligten für ihren Einsatz bedanken. „Die Hilfsbereitschaft war enorm. Sämtliche Hundebesitzer waren informiert. In den sozialen Netzwerken wurden die Beiträgen tausende Male geteilt. Sogar aus Bremen und Otterberg haben wir Anrufe erhalten. Alle wollen helfen und versicherten, die Augen offen zu halten. .“

Hund Krümel jedenfalls sei wohlauf. „Der Anwohner soll ihn tagelang mit Thunfisch gefüttert haben. Das ist nahrhaft und als Futter in Ordnung“, erklärt der Hundetrainer. Pfleger Alfons Hönes: „Die ersten Tage war Krümel etwas verängstigt und hat sein Körbchen nur ungern verlassen. Er sei aber zuversichtlich, dass sich das wieder lege. Eines steht fest: Krümel lässt er nicht mehr aus den Augen. Außerdem sei der Hund durch den Diebstahl inzwischen berühmt - zumindest im näheren Umkreis.

Update, 26. März: Kurz nach dem Verschwinden von Mischlingshunds „Krümel“ ist dessen Steuermarke in einem nahegelegenen Park, ca. 800 Meter vom Wohnort, gefunden worden. „Eine Bekannte meiner Nichte hat die Marke zufällig am Mittwoch gefunden. Es war tatsächlich die von „Krümel“, wie wir anhand der Nummer feststellen konnten“, sagt Alfons Hönes.

Ansonsten gibt es von dem Rüden noch immer keine heiße Spur. Alfons Hönes, der den Rüden seit zwei Jahren als Pflegehund betreut, sei ständig im Park unterwegs, um nach ihm zu suchen. „Der Dieb muss ja auch mit ihm Gassi gehen.“ Sämtliche Hundebesitzer im Umkreis seien informiert und würden die Augen offen halten.

Wie berichtet ist der gestohlene Hund krank und benötigt dringend Medikamente. Einige Vorderzähne würden ihm bereits fehlen. Wer vermutet, ihn gesehen zu haben, kann sich an die Polizei wenden unter Tel. 0800 2361 111.

Erstmeldung, 24. März: Alfons Hönes: „Ich habe am Mittwoch in der Bäckerei Imping im Edeka an der Ehlingstraße Brötchen geholt und „Krümel“ wie immer draußen befestigt. Keine fünf Minuten später war ich wieder da und der Hund weg.“ Alfons Hönes sei sofort die Straße entlang gerannt, um nach ihm zu suchen, vergebens.

Zwölfjähriger Hund ist krank

Er befürchtet, dass Diebe ihn gestohlen haben, um im Lockdown einen Begleiter an ihrer Seite zu haben. Besonders tragisch: Der zwölfjährige Hund ist krank. „Er benötigt Medikamente, sonst bricht er das Fressen oft wieder aus.“ Der Recklinghäuser erstattete Anzeige bei der Polizei. Eine Sprecherin der Polizei bestätigt dessen Eingang. „Laut Strafgesetzbuch droht bei einem solchen Diebstahl eine Geld- oder sogar Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren“, sagt eine Polizeisprecherin.

In letzter Zeit sind vermehrt Haustiere im Umkreis gestohlen worden. In Datteln sind einem Züchter Rassekatzen gestohlen worden. In Recklinghausen haben Diebe die Kangal-Hündin „Jonny“ aus dem Tierheim gestohlen. Inzwischen ist die Hündin wieder zurück und wohlauf.

Rubriklistenbild: © Privat

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