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Bunt und voll: Ganz sorgenlos ging es bei den Ruhrfestspielen noch vor zwei Jahren zu.

Zwangspause für Veranstalter

Absage der Ruhrfestspiele: Das sagt Intendant Olaf Kröck zum 1. Mai ohne Volksfest

Zum ersten Mal in ihrer 74-jährigen Geschichte sind die Ruhrfestspiele in Recklinghausen abgesagt worden. Intendant Olaf Kröck hält diese Entscheidung für richtig.

  • Volksfest am 1. Mai und Ruhrfestspiele sind in diesem Jahr abgesagt
  • Intendant Olaf Kröck beurteilt diese Entscheidung als richtig
  • Ruhrfestspiele zeigen stattdessen partizipatives „Inside Out Project“

Für tausende Recklinghäuser gehörte ein Besuch des Volksfestes auf dem Hügel am 1. Mai in den vergangenen Jahren zum Pflichtprogramm. Scharenweise pilgerten die Menschen bei meist sommerlichen Wetter zum Festspielhaus, um sich einige der vielen Theatervorstellungen anzuschauen oder sich anderweitig unterhalten zu lassen. Das beliebte Festival wird es in diesem Jahr nicht geben. Die Ruhrfestspiele sind aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt worden.

"Die diesjährigen Ruhrfestspiele abzusagen war unausweichlich und richtig", sagt Olaf Kröck, Intendant der Ruhrfestspiele. "Doch was ist eine Gesellschaft ohne Kultur und Kunst? Ist es doch gerade die Kultur, die wir im „Lockdown“ brauchen: Wir lesen, schauen Filme, streamen, hören Musik oder Hörbücher, spielen, malen, basteln… 

Recklinghäuser vermissen kulturelles Leben

Die Kultur im öffentlichen Raum ist verschwunden, wie die Straßen-Cafés, die Restaurants, die Bars. Und schon nach wenigen Wochen spüren wir, wie sehr wir dieses öffentliche, kulturelle Leben vermissen."

„Macht und Mitgefühl“, so waren die Ruhrfestspiele 2020 betitelt. "Bei der Entwicklung des Spielplans hatten wir festgestellt, dass sich in den letzten zwölf Monaten weltweit Künstlerinnen und Künstler intensiv mit der Frage beschäftigt haben, wie ihr eigenes Leben, das Leben eines Einzelnen, mit den (politischen) Wirklichkeiten der Welt verbunden ist.

Coronavirus hat sich zur weltweiten Krise vergrößert

Es ist fast schon unheimlich, wie weitsichtig viele künstlerische Arbeiten eben dieses Wechselverhältnis von Individuum und Welt thematisiert haben. Denn das unsichtbare Virus ist schon längst nicht mehr nur ein medizinisches Problem, es hat sich zu einer sozialen, ökonomischen und politischen Krise vergrößert – weltweit", so Olaf Kröck.

Obwohl die Ruhrfestspiele abgesagt wurden, sind sie nicht ganz aus der Welt. Sie wollen in diesem Jahr ein Zeichen setzen und werden für den Zeitraum der ausfallenden Festspiele das partizipative „Inside Out Project“ präsentieren. 

Großformatige Bilder erzählen Geschichten

In diesem Zuge werden in den nächsten Wochen großformatige schwarz-weiß Fotografien, die die Geschichten der Besucher und Künstler der Ruhrfestspiele erzählen, weithin sichtbar in den öffentlichen Raum, an die Glasfassade des Ruhrfestspielhauses geklebt.

Zudem ist angedacht, ein verkleinertes Programm in den Herbstmonaten nachzuholen. Ob diese Idee tatsächlich umgesetzt werden kann, müssen die weiteren Entwicklungen zeigen.

Einen ausführlichen Gastkommentar von dem Intendaten lesen Sie in unserem E-Paper.

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