Erzieherin und Kinder
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Erzieherin Jennifer Günther (l.) und ihre Chefin Stephanie Grunau betreuen nach wie vor Kinder im Familienzentrum St. Martin, wie die zwei Lukes und Konstantin (2.v.r.).

Kindergarten in der Pandemie

Mehr als nur Notbetreuung: Jedes dritte Kind in Recklinghausen wird in Kita gebracht

  • Tina Brambrink
    vonTina Brambrink
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Auch im Lockdown geht jedes dritte Kind in Recklinghausen in die Kita. Die Zahlen schwanken, aber schwammige Regeln sorgen sogar für 50-Prozent-Auslastungen im Stadtgebiet.

Jugendhilfeplaner Joachim Glenneschuster greift seit Beginn des Lockdowns regelmäßig zum Telefon, um in allen 65 Kindertagesstätten in Recklinghausen die aktuellen Belegungszahlen abzufragen. In dieser Woche hat ein Drittel der 1379 Recklinghäuser Kindergartenkinder eine Einrichtung besucht. Von einer Notbetreuung oder gar „weitestgehend geschlossenen Kindergärten“, wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet es formulierte, könne also keine Rede sein, so Glenneschuster.

Die Zahlen schwanken stark, mit Nord-Süd-Gefälle. Ausreißer gibt es immer. Wie das katholische Familienzentrum St. Martin in König Ludwig, wo Leiterin Stephanie Grunau immer wieder in die Nähe einer 50-Prozent-Belegung kommt. In dieser Woche hat ihr Team 35 von 74 Kindern betreut. Zum Vergleich: Im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 waren es im Schnitt 15 bis 20.

Elternbeiträge im Januar in Recklinghausen ausgesetzt

Die hohe Auslastung sei auf viele berufstätige Eltern zurückzuführen, aber auch der Tatsache geschuldet, dass es Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp bei einem schwammigen Appell, die Kinder nicht in die Kita zu schicken, belassen habe, statt verbindliche Regeln vorzugeben. Eltern müssen keine Gründe für den Betreuungsbedarf angeben. Kinder, die jetzt in die Kita kommen, werden lediglich zehn Stunden weniger als vertraglich vorgesehen betreut. Die Elternbeiträge im Januar sind ausgesetzt.

Stephanie Grunau: „Es macht mich wütend, dass die Landesregierung mich als Leiterin in die Rolle einer Bittstellerin zwängt: Wenn Eltern Bedarf anmelden, kann ich maximal nachfragen und an die Vernunft appellieren. Das wiederum verunsichert Eltern und sie rechtfertigen sich, obwohl sie das ja gar nicht müssen.“ Als zweifache Mutter eines Kita- und eines Grundschulkindes wisse sie selbst nur zu gut um den Spagat zwischen Homeschooling, Kinderbetreuung und Job und könne jede Familie verstehen, die ihr Kind schickt. Mehr dazu gibt es im E-Paper.

Auch Nachhilfe-Lehrer sind derzeit besonders gefragt. Sie bieten Schülern im Homeschooling ihre Hilfen an.

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