Ärzte und Pflegepersonal kümmern sich auf einer Covid-19-Intensivabteilung um Patienten.
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Das Krankenhaus-Personal in Recklinghausen gelangt an seine Grenzen.

Erste Operationen verschoben

Kliniken in Recklinghausen am Limit - „Hälfte der Corona-Intensivpatienten schafft es nicht“

  • Alexander Spieß
    vonAlexander Spieß
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Die Krankenhäuser in Recklinghausen blicken sorgenvoll in die Zukunft. Die Zahl der Corona-Patienten steigt, das Personal wird knapp. Erste Operationen sind bereits verschoben worden.

„Von den Betten her könnten wir zehn Covid-19-Patienten intensivmedizinisch betreuen“, sagt Dr. Thomas Lawo vom Süder Elisabeth-Krankenhaus. „Aber das kriegen wir personell nicht hin.“ Manche Pflegekraft sei schon aus dem Urlaub zurückgeholt worden. Aus anderen Bereichen sei Personal abgezweigt worden.

Krankenhauspersonal „maximal belastet“

Die Weihnachtszeit hilft in der Not: „Kurz vor Weihnachten kommen wirklich nur noch schwer kranke Patienten und Notfälle ins Krankenhaus“, sagt Dr. Lawo. Zwei OP-Säle habe man deshalb schließen können. Das frei gewordene Personal kümmert sich um Corona-Patienten. Die Kollegen seien durch die Bank „maximal belastet“. Stand Montag werden im Elisabeth-Krankenhaus 15 positiv auf das Coronavirus getestete Patienten betreut, davon fünf auf der Intensivstation mit Beatmung. Erste nicht ganz so dringende Operationen habe man bereits verschoben, so Dr. Lawo.

Corona-Infektionen in Recklinghausen im Ticker

Ausgelastet ist auch die Intensivstation des Klinikum Vest. Derzeit werden an den beiden Standorten in Recklinghausen und Marl 53 Covid-19-Patienten behandelt, davon 13 intensivmedizinisch. Die meisten Corona-Patienten liegen in der Marler Paracelsus-Klinik, nur acht in Recklinghausen, davon zwei auf der Intensivstation. „Wir könnten“, sagt Klinikum-Vest-Sprecher Florian Bury, „schnell weitere Kapazitäten schaffen.“ Auch personell sei das noch machbar. Dass dieser zusätzliche Bedarf in Kürze Realität sein wird, darin sind sich alle Verantwortlichen ziemlich einig.

Corona-Station des Prospers zu 75 Prozent ausgelastet

Die Corona-Station des Prosper-Hospitals war am Montag zu 75 Prozent ausgelastet. 20 Patienten liegen dort, drei weitere mit Beatmung auf der Intensivstation. „Wir rechnen mit weiter steigenden Zahlen“, sagt Peter Möller von der Kommunikationsabteilung des Hospitals an der Mühlenstraße. Am Wochenende verstarb im Elisabeth-Krankenhaus ein weiterer Corona-Patient. Es wird wohl nicht der letzte gewesen sein. Dr. Thomas Lawo: „Knapp die Hälfte aller Corona-Patienten auf den Intensivstationen schafft es nicht.“ Einen ausführlicheren Bericht gibt es im E-Paper.

Mehmet und Ersoy Sam – Vater und Sohn, zwei kräftige Männer aus Herten. Das Coronavirus streckte sie nieder, nur einer stand wieder auf. Das ist ihre Geschichte.

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